ARD-Hörspieldatenbank


Hörspiel



Otto Heinrich Kühner

Der Staatsstreich


Technische Realisierung: Geschke


Regie: Hermann Schindler

Der Geist des Individuums, der Geist überhaupt, hat seine eigene Geschichte, unabhängig von der Geschichte der Welt, der Geschichte von Regierungen, Revolutionen, Völkern und Staaten. Das demonstriert der Staatsmann, der seinem revoltierenden Rivalen freiwillig die Macht überläßt. Und er zeigt damit weiterhin, daß der Verzicht mehr Aktivität in sich schließen kann als die Tat, und daß wahres Prestige nicht von martialischem Auftreten, sondern von großzügigem Verhalten herrührt. Mit seiner Gewaltlosigkeit führt er die Gewalt und ihren Aufwand ad absurdum und macht sie zur lächerlichen Farce. Die Gewaltlosigkeit erweist sich als die größere Macht. Das alles spielt sich nicht auf der Ebene des Faktischen ab (dort unterliegt der Gewaltlose und wird liquidiert), sondern auf der Ebene der poetischen Wirklichkeit. Denn natürlich handelt es sich bei diesem Hörspiel nicht um ein realistisches (Thesen-)Stück - in einem solchen müßte wahrscheinlich das Gegenteil behauptet und gefordert werden-, sondern eben um ein 'Spiel', ein Spiel, das sich des Geschichtlichen als bloßen Stoffs, als poetischen 'Materials' bedient, wie die Kunst ja überhaupt ihre eigene Welt innerhalb des menschlichen Daseins hat, ihre eigenen Stoffe, ihre eigenen Wahrheiten, ihre eigenen Ausdrucksformen ... 

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Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Rudolf FernauPräsident
Martin HirtheMinister


 


Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

RIAS Berlin 1962

Erstsendung: 16.05.1962 | 43'20


Darstellung: