ARD-Hörspieldatenbank

Originalhörspiel



Shulamit Arnon

Sonnenfinsternis


Regie: Hans Rosenhauer

In ihrem ersten Hörspiel "Jahrzeit", das Shulamit Arnon für den Norddeutschen Rundfunk schrieb, beschäftigte sich die israelische Autorin mit der fragwürdigen "Normalisierung" des jungen Staates Israel. Sie konfrontierte die Überlebenden mit den Toten der fünf Kriege, die Israel seit 1948 zu führen hätte, und stellte die Frage nach der Rechtfertigung der Opfer. Ihr neues Hörspiel "Sonnenfinsternis" ist ein weiterer Versuch, sich mit der Problematik von Überlebenden auseinanderzusetzen. Anhand eines Tagebuchs und mit Hilfe von Rückblenden und Zeugenaussagen rekonstruiert die Autorin die Geschichte des David Eytan-Landau, der sich 1953 im Kibbuz "Alot" das Leben nahm. Als einziger seiner FamiIie hat David Landau, der sich später in lsrael Eytan nennen wird, die nationalistische Verfolgung überlebt. Im Kibbuz "Alot" trifft er mit einer Gruppe polnischer Juden, die alle den deutschen Vernichtungslagern entkommen sind, auf die "Sabres", die bereits in Palästina geborenen Juden, also "Einheimische", deren Muttersprache das Hebräische ist. Ihnen fällt es schwer, die Versuche der Immigranten, ihr Leben jedenfalls oberflächlich der Normalität des Kibbuz anzupassen, nachzuvollziehen: "Hinterläßt die Hölle denn keine Spuren?" Auf diese anscheinend unsichtbaren Spuren werden sie erst gestoßen, als David Eytan sich nach einer mißglückten, wie es scheint harmlosen Liebesgeschichte mit einem "Sabre"-Mädchen erschießt. Er, der weder die Kraft noch die Fähigkeit besitzt, den Verlust zu überwinden, konstatiert für sich: "Keine Zukunft".

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Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Gerda GmelinErzählerin
Stephan SchwartzDavid
Gerd SamariterOnkel Jascha
Gerd BaltusDr. Landau
Andrea DahmenAnna Landau
Katharina MeekBronja
Gerhard MeisterDavid als Kind
Willy Witte
Karl-Heinz von Hassel
Angelika Thomas
Matthias Scheuring
Holger Franke
Jutta Wirschaz
Burghart Klaußner
Sabine Kaak
Wolfgang Jürgen
Karl Heinz Lemken
Knut Koch


 

Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Norddeutscher Rundfunk 1981


Erstsendung: 04.02.1982 | 68'00


Darstellung: