ARD-Hörspieldatenbank

Ars acustica


Komponisten als Hörspielmacher


Mauricio Kagel

Der mündliche Verrat

Ein Musikstück über den Teufel


Übersetzung: Thomas Körner

Komposition: Mauricio Kagel

Regie: Mauricio Kagel

Thema dieser 11. Hörspielkomposition Mauricio Kagels aus Sprache und Musik ist die Figur des Teufels, seine Eigenschaften und Mythologien, Erscheinungen und Verwandlungskünste wie sie in Legenden, Märchen, Fabeln und Sprichwörtern, in Zauberformeln und alten Liedern des Volksgutes zu finden sind. Zugleich bedeutet die schriftliche Festlegung und Weitergabe dieses Materials durch Nacherzählungen oft einen Verrat an der ursprünglichen Überlieferung: die Authentizität der mündlichen Tradition wird im Laufe der Zeit durch Variationen fortwährend ausgehöhlt. Aus den verschiedenen Textquellen stellte Mauricio Kagel eine ineinander greifende Erzählung zusammen, ein episches Kontinuum aus Bruchstücken, hauptsächlich unter Verwendung des Sammelbandes "Les Evangiles du Diable, selon la croyance populaire", herausgegeben von Claude Seignolle 1964 in Paris. In der vorliegenden Übertragung des französischen Textes entschied sich der Übersetzer für einen einheitlichen Stil: die gezielte Vermittlung von Atmosphäre und Inhalt durch eine poetische Sprache. Dies wurde bedingt durch die disparate Herkunft und Vielfalt der Originalquellen (die Sammlung reicht von etwa 1650 bis 1920) und vereinigt unter anderem Dokumente, Berichte, Erzählungen und Redensarten aus verschiedenen Regionen Frankreichs). Infolge dieser Entscheidung wurden Namen und Orte eingedeutscht, um die Figur des Teufels dessen Abstraktionsgrad ebenso konkret ist wie universell seine Gegenwärtigkeit nicht als fremdes, fast folkloristisches Phänomen erscheinen zu lassen, sondern als authentisches Produkt der verschiedenen Landstriche.

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Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Gert HauckeSprecher A
Christian BrücknerSprecher B
Hannelore HogerSprecherin C

Ensemble: Musique Vivante Paris

 


 

Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 1987


Erstsendung: 31.03.1987 | 79'30


Darstellung: