ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel



Jürgen Lodemann

Gift und Galle


Technische Realisierung: Helmuth Schick


Regie: Horst H. Vollmer

"'Baden-Baden, eine Stadt zum Sterben schön', hat ein Weiser gewußt und so sagt es dieses Spiel weiter. Seit zwanzig Jahren dort wohnhaft, muß ich zwei Wutgefühle als erste Auslöser nennen: Zum einen gelte ich als Fach-Autor in Sachen Ruhr und Kumpelsprache - hier läßt sich anderes hören, Salonsprache. Die zweite Wut ist die über Kriminalspiele gewesen, die selbst in Baden-Baden auf Autojagden und Totschläge nicht verzichten. Dieser Tat-Ort lebt aber oder vielmehr stirbt er an seiner Atmosphäre. Täter und Opfer sind hier Gift und Galle. Schon vormittags sieht man auf den prächtigen Alleen Fromms Nekrophile wandeln, schon zum High Tea beginnt hier die Geisterstunde. Vorgeführt werden diese Beobachtungen an zwei Geschwistern, dem greisen Walter Lueg (sprich Lug) und seiner Schwester Louise Lueg. Die Kur- und Bäderverwaltung der zweifellos tüchtigen Tourismus-Metropole wird den Autor ausbürgern - was soll's, Tatsache ist, daß eingeborene Jugendliche zusehen, wie sie diesen Ort mit dem höchsten deutschen Anteil an Millionären, wo auf Wohnsitz und Ansichten und Besitz zu sitzen nachhaltig mit Leben verwechselt wird, frühestmöglich verlassen können. Freilich, muß ich einschränken, überall ist Baden-Babylon." (Jürgen Lodemann) Der Autor, geboren 1936 in Essen, schrieb Erzählungen und Romane ("Anita Drögemöller", "Lynch", "DerSolljunge", "Der Jahrtausendflug"), die Politposse "Ahnsberch", uraufgeführt 1980 in Bochum, und ist seit 1965 Redakteur in Baden-Baden.

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Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Ruth HausmeisterLouise
Wolfgang BüttnerWalter
Rosemarie GerstenbergWilma
Anfried KrämerDr. Eiermann


 


Mikrofon im hr-Hörspielstudio - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Hessischer Rundfunk / Südwestfunk 1984

Erstsendung: 24.09.1984 | 89'38


Darstellung: