ARD-Hörspieldatenbank

Originalhörspiel



Günter Kunert

Der zwiefache Mann


Regie: Waltraud Heise

Nach einem Streit mit seinem Vater verläßt ein junger Mann seine Frau und seine Familie. Er wird Soldat und zieht in den Krieg. Nach acht Jahren, der Vater ist inzwischen gestorben, kehrt der bereits Totgeglaubte zurück und wird freudig von seiner Familie wiederaufgenommen. Nach wiederum drei Jahren aber kommt es zu einem merkwürdigen Prozeß. Der Mann wird verklagt. Er sei nicht der, der damals fortgezogen sei. Er sei ein anderer, der sich ins warme Nest gesetzt habe. Seine Frau, die es am besten wissen müßte, verhält sich uneindeutig: sie ist Klägerin und Verteidigerin zugleich. Der Mann wird freigesprochen. Da taucht ein zweiter Mann im Dorf auf, auch er ein ehemaliger Soldat, der behauptet, der rechtmäßige Ehemann zu sein. Der Prozeß wird wieder aufgenommen, der vermeintlich richtige Mann als der falsche entlarvt und zum Tode verurteilt. Was sich wie ein Novellenstoff aus Boccaccios "Decamerone" anhört oder wie eine gut erfundene Geschichte von Günter Kunert, hat sich tatsächlich zugetragen: in der Mitte des 16. Jahrhunderts, im südfranzösischen Dorf Artigat, wo man sich angeblich diese Geschichte noch heute erzählt.

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Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Holger HagenRichter, Jean de Coras
Fritz LichtenhahnGerichtsschreiber, Josef
Heinz Werner KraehkampAngeklagter, Martin Guerre 1
Angelika ThomasFrau des Angeklagten, Bertrande Guerre
Heinz SchubertKläger 1. Gerichtsverhandlung, Pierre Guerre
Diether KrebsKläger 2. Gerichtsverhandlung, Martin Guerre
Werner Eichhorn1. Zeuge, Schuster Antoine Leblanc
Edgar Hoppe2. Zeuge, Einwohner aus Artigat, Marcel Artier
Pamela Freese1. Schwester von Martin Guerre
Christine Dupuy2. Schwester von Martin Guerre
Claudia Stump3. Schwester von Martin Guerre
Johanna Gsell4. Schwester von Martin Guerre


 

Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Norddeutscher Rundfunk 1989


Erstsendung: 04.11.1989 | 45'55


Darstellung: