ARD-Hörspieldatenbank

Hörspiel


Vor 40 Jahren


Elisabeth Langgässer

Epilog 1943


Regie: Heinz Dieter Köhler

In Elisabeth Langgässers 1946 erschienenem, in größter Heimlichkeit während des Dritten Reiches geschriebenem Roman "Das unauslöschliche Siegel" findet die ganze Tragödie des Untergangs von Menschenwürde und Menschlichkeit durch die Hitlerdiktatur bis 1945 ihren Niederschlag. In ihrem "Epilog" blendet die Autorin zwei Jahre zurück in das Jahr 1943. Fünf Männer sitzen zusammen am Tisch eines Pfarrhauses, das Zimmer ist abgedunkelt, man wartet auf einen Bombenangriff. Während der Pfarrer schweigend in sein Brevier schaut, springt das Gespräch der anderen vier, alle vermutlich Juden, von Anekdoten und Erinnerungen an das ausgelöschte Judentum bis hin zu Fragen der Eschatologie. Doch nicht nur das Gespräch unterliegt starken Wechseln, auch die Situation der Anwesenden selbst wird jäh aufgerissen in übersinnliche Dimensionen. Elisabeth Langgässer wurde 1899 im rheinhessischen Alzey geboren. Schon früh wurde sie durch ihre Lyrikpublikationen und Erzählungen bekannt. 1935 wurde die Katholikin jüdischer Herkunft aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen und ein Jahr später mit Schreibverbot belegt. Allein der Umstand, mit einem "Arier" verheiratet zu sein, rettete sie vor Deportation und KZ. Sie starb 1950.

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Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Thomas HoltzmannDer Große
Horst BollmannDer Kleine
Hans KorteDer Dünne
Benno KuscheDer Dicke
Wolfgang BüttnerDer Pfarrer
Gerd BöckmannDer Kaplan
Irmgard FörstDie Haushälterin
Christiane HammacherSchwester Eustachia
Hans KremerSidrach
Gerhard AcktunMisach
Peter MusäusAbdenago
Hans-Günther MartensErzähler
Dieter KöhlerDer unsichtbare Anwesende


 

Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 1984


Erstsendung: 21.11.1984 | 61'36


Darstellung: