ARD-Hörspieldatenbank

Hörspiel



Dieter Forte

Schalltoter Raum


Regie: Heinz Dieter Köhler

Barbara und Alf, zwei Schauspieler, die seit Jahren nicht mehr zusammen gearbeitet haben, sind für eine Hörspielproduktion engagiert worden. Das Stück handelt von einem Exilschriftsteller, der vor den Nazis nach Paris geflohen ist, dort gemeinsam mit seiner Frau in den elendsten Verhältnissen lebt und dennoch radikal jeden Kompromiß, jeden "Broterwerb" ablehnt. Mit all seiner Kraft konzentriert er sich auf die Vollendung seines Lebenswerkes. Selbst die Warnungen seiner Frau, nicht die Augen vor dem wahren Ablauf der Realität zu verschließen, vor der näherrückenden Front, ändern nichts an seiner alles andere ausschließenden Entscheidung für die künstlerische Arbeit. Barbara und Alf sitzen im schalltoten Raum. In den Produktionspausen, die sich unfreiwillig durch eine Panne im Studio verlängern, beginnen sie, angeregt durch die gesprochenen Texte, einander aus ihrem Leben zu erzählen, ihre eigene künstlerische Existenz zu reflektieren. Identität und Identitätsverlust eines Künstlers, die Ehrlichkeit als Herausforderung für jeden, der mit dem, was man Kunst nennt, zu tun hat, das sind die Themen in Dieter Fortes neuem Hörspiel. Der Autor entwickelt sie vor dem Hintergrund einer extrem belastenden Situation, der Exilexistenz, und einer Arbeit heute unter den Bedingungen moderner Technik. Den Parallelen, die sich inhaltlich herstellen, entspricht dabei der dramaturgische Aufbau seines Radiostücks.

Dieter Forte wurde 1935 in Düsseldorf geboren; er lebt in Basel. Hörspiele und vor allem Theaterstücke wie "Martin Luther & Thomas Münzer oder Die Einführung der Buchhaltung" und "Im Labyrinth der Träume" machten ihn weit über die Grenzen des deutschsprachigen Raumes hinaus bekannt.

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Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Werner RundshagenAlf
Rosemarie FendelBarbara
Heinz Dieter KöhlerRegisseur


 

Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 1984


Erstsendung: 16.12.1984 | 53'19


Darstellung: