ARD-Hörspieldatenbank

Hörspiel



Günter Eich

Der Tiger Jussuf


Komposition: Friedrich Scholz

Regie: Otto Düben

Bislang fast unbekannt blieb diese im Jahre 1959 von Günter Eich geschriebene Neufassung seines Hörspiels "Der Tiger Jussuf". In diesem gleichzeitig phantastischen und doch logisch konsequenten Verwandlungsspiel bleibt ein Phänomen konstant: Die Beziehung zwischen Mann und Frau erweist sich als eine Konstellation von Macht und Ohnmacht, Unterdrückung und Ausgeliefertsein, Fressen oder Gefressenwerden. Sei es nun der Bäcker Richard und seine despotische Frau Paula, der Kommerziennat Rimböck und seine verhärmte Ottilie, oder Max, der ebenso Kommerzienrats- wie Bäckerssohn sein kann, und die geldgierige Kunstreiterin Anita - die Identitäten in diesem bestialisch-menschlichen Spiel sind austauschbar. So wird Jussuf, der ausgebrochene Zirkustiger, der Menschen zerreißt oder sich zum Manschen verwandelt, zum Symbol für die verborgene, dunkle Seite aller Figuren in diesem ganz alltäglichen Ausbeutungszirkus.

Günter Eich, 1907 in Lebus/Oder geboren und 1972 verstorben, fand schon 1930 mit seinem ersten Bändchen "Gedichte" große Beachtung. Seit den Gedichtbänden "Abgelegene Gehöfte" (1948) und "Untergrundbahn" (1949) galt er als einer der bedeutendsten Lyriker seiner Generation, seit dem Hörspiel "Träume" (1951) als der hervorragendste deutsche Hörspieldichter, in dessen literarisch-radiophonischem Werk das poetische Hörspiel der Nackkriegszeit und der fünfziger Jahre seinen Höhepunkt fand. Günter Eichs literarisches Werk wurde u.a. mit dem "Georg Büchner-Preis" und dem "Schillergedächtnispreis" des Landes Baden-Württeberg bedacht.

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Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Wolfgang ReichmannJussuf
Lambert HamelWilliam
Cornelia FroboessAnita
Horst BollmannRichard
Eva Ingeborg ScholzPaula
Thomas HoltzmannRimböck
Edda SeippelOttilie
Hans Michael RehbergMaximilian
Jörg HubeCortes


 

Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Süddeutscher Rundfunk 1984


Erstsendung: 10.02.1985 | 72'35


Darstellung: