ARD-Hörspieldatenbank

Hörspielbearbeitung



Jon Krakauer

In eisige Höhen (1. Teil)

Das Drama auf dem Mount Everest


Vorlage: In eisige Höhen (Roman)

Übersetzung: Stephan Steeger

Bearbeitung (Wort): Heinz Sommer

Dramaturgie: Christoph Buggert

Regie: Walter Adler

Im März 1996 beauftragte die amerikanische Zeitschrift "Outside" den in Seattle lebenden Journalisten Jon Krakauer, einen Bericht über die "Kommerzialisierung des Everest" zu schreiben. Krakauer schloß sich dem Team des Neuseeländers Rob Hall an, der über umfangreiche Everest-Erfahrung verfügte. Als Krakauer am frühen Nachmittag des 10. Mai 1996 den Gipfel erreichte, hatte er 57 Stunden nicht geschlafen und war aufgrund totaler Erschöpfung sowie aus Sauerstoffmangel dem körperlichen Zusammenbruch nahe. Er befand sich bereits auf dem nicht weniger gefährlichen Abstieg, als noch zwanzig weitere Bergsteiger zum höchsten Punkt der Erde unterwegs waren. Keiner von ihnen hatte registriert, daß sich unterhalb des Gipfels ein Unwetter zusammenbraute. Sechs Stunden später und rund 1000 Meter tiefer erreichte Krakauer mit letzter Kraft und gegen einen peitschenden Schneesturm sein Zelt in Camp vier. Er war damit in Sicherheit, aber sechs Kameraden hatten vor Einbruch der Dunkelheit das Lager nicht mehr erreicht und kämpften irgendwo da draußen ums Überleben. Als der Sturm sich legte, waren fünf von ihnen tot, der sechste hatte so schwere Erfrierungen erlitten, daß seine rechte Hand amputiert werden mußte. Krakauers Bericht, den er nur wenige Wochen nach dem Desaster verfaßt hatte, erschien im September 1996; das umfangreiche Buch, das in den USA und anschließend auch in Deutschland zum Bestseller wurde, entstand nach diesen Aufzeichnungen. Es beschreibt, wie das "Dach der Welt" zum Tummelplatz von Abenteurern geworden ist, die eine ultimative Herausforderung, den absoluten Kick suchen und bei Zahlung einer Gebühr von 70.000 US-Dollar sogar bereit sind, ihr Leben zu riskieren. Diese Form des Extrem-Tourismus lockt zunehmend unerfahrene Bergsteiger an; der Umschlag in die Katastrophe ist geradezu vorprogrammiert. Die Funkfassung von Heinz Sommer bietet den Text auszugsweise, läßt die deutschsprachige Vorlage (Malik-Verlag) im übrigen aber unangetastet. Durch die Klang- und Geräusch-Inszenierung Walter Adlers soll ein Erfahrungsraum entstehen, der die Eigenphantasie sowie das Miterleben des Hörers stärker aktiviert, als dies bei bisherigen Radiolesungen der Fall war.

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Mitwirkende

Sprecher
Hans-Peter Hallwachs


 

Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Hessischer Rundfunk 1999


Erstsendung: 12.07.1999 | 12'49


REZENSIONEN

Wilfried Geldner: Süddeutsche Zeitung, 12.7.1999 - Götz Schmedes: Funk-Korrespondenz. 47. Jahrgang. Nr. 32. 13.8.1999. S. 28


Darstellung: