ARD-Hörspieldatenbank

Hörspielbearbeitung



Anonymus, Raoul Schrott

Gilgamesh (1. Teil: Die Stadt Uruk)


Vorlage: Gilgamesh (Epos)

Sprache der Vorlage: altbabylonisch; u.a.

Übersetzung: Raoul Schrott

Bearbeitung (Wort): Klaus Buhlert

Komposition: Klaus Buhlert

Redaktion: Herbert Kapfer

Technische Realisierung: Anja Scheifinger; Hans Scheck; Susanne Herzig


Regie: Klaus Buhlert

Die Entstehung des Epos um den sumerischen König Gilgamesh und Enkidu, den behaarten Jäger und Vertrauten der Tiere, geht auf das 3. Jahrtausend vor Christus zurück. Raoul Schrott hat eine neue Übersetzung angefertigt und dem Stoff seine ursprüngliche sprachliche Frische und Lebendigkeit wiedergegeben. Zeitgleich zur Ursendung erscheint die vierteilige Radiofassung von Klaus Buhlert als CD-Edition im Hörverlag. "Gilgamesh" ist eine Odyssee zu den Grenzen der Welt auf der Suche nach Unsterblichkeit. Das mutmaßlich aus verschiedenen Sagen entstandene Epos ist das älteste niedergeschriebene literarische Zeugnis der Menschheit. Der größte Teil des überlieferten Textes stammt aus der großen Tontafelbibliothek des Assyrerkönigs Assurbanipal (669-627 v. Chr.) aus Ninive. Er befindet sich heute im British Museum. Daneben gibt es noch weitere Fragmente aus dem kleinasiatischen Raum, die Varianten und neue Abenteuer beisteuern. Die Saga von Gilgamesh ist für uns nicht nur Spiegel einer frühen Zivilisation - angesiedelt im Land zwischen Tigris und Euphrat, wo Gelehrte die Schrift erfanden und erste Städte bauen ließen, sondern auch eine die Jahrtausende überdauernde Geschichte von den Heldentaten eines Mannes, der den Tod überwinden und das ewige Leben finden will. Gilgamesh ist zu zwei Dritteln Gott und zu einem Drittel Mensch. Im Epos kämpft er gegen Riesen und Ungeheuer, unter anderem gegen Humbaba, den dämonischen Hüter des Zedernwaldes im Libanon. Auch soll der sagenhafte König des sumerischen Stadtstaates Uruk die 9,5 Kilometer lange Stadtmauer gebaut haben. Gilgamesh' Klage und Kampf ist "eine ungeheure Konfrontation mit dem Tod, die einzige, die den modernen Menschen nicht mit dem bitteren Nachgeschmack des Selbstbetrugs entlässt" (Elias Canetti). Lange Zeit gab es keine Übersetzung, die den Stand der Forschung wiedergab. Aus unterschiedlichen Funden nur bruchstückhaft überliefert, gelang es Forschern in den letzten Jahrzehnten die meisten Lücken des Gilgamesh-Epos in mühevoller Kleinarbeit zu schließen. Raoul Schrotts Übersetzung baut auf den neuen Ergebnissen auf und entstand in Zusammenarbeit mit führenden Assyrologen. So wie der Text des Gilgamesh-Epos in einem Wechselspiel von epischen und dramatischen Elementen überliefert ist, so wechseln auch in diesem Stück Rezitation und Dialoge einander ab.

Raoul Schrott, geboren 1964, lebt als freier Schriftsteller in Irland. Schrott wurde u.a. 1995 mit dem Leonce-und-Lena-Preis, 1996 mit dem Berliner Literaturpreis und 1999 mit dem Peter-Huchel-Preis ausgezeichnet. Er schrieb die Hörspiele: "Lingua franca sonora I-IV" (BR 1994/1995), "Hotels" (BR 1995, zusammen mit Klaus Buhlert, als Hörspiel des Jahres ausgezeichnet), "Die Erfindung der Poesie" (BR/HR/ORF 1998, als CD erschienen) und "Zarzura" (1998, zusammen mit Michael Farin), "Die Wüste Lop Nor" (zusammen mit Farin, als Hörspiel des Monats August 2000 ausgezeichnet und als CD erschienen).

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Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Michael LuckeErzähler
Martin WuttkeGilgamesh
Kathrin AngererIshtar/Shamhat
Josef BierbichlerEnkidu
Felix von ManteuffelUr-Shanabi/Ishullanu
Jutta HoffmannNinsun
Christiane RossbachEreshkigal
Thomas ThiemeEnki
Helmut StangeEnlil
Stefan WilkeningShangashu
Bernhard SchützNeti

Chor: Diensberg, Christine, Schinzler, Rike, Piening, Gesche


 

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Bayerischer Rundfunk 2001

Erstsendung: 07.10.2001 | 52'23


VERÖFFENTLICHUNGEN

  • CD-Edition: Der Hörverlag 2001


AUSZEICHNUNGEN

  • Hörspiel des Monats Oktober 2001
  • 4. Platz hr2-Hörbuchbestenliste Januar 2002 (CD-Edition)


REZENSIONEN

  • Frank Olbert: In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 09.10.2001. S. 60.
  • Waldemar Schmid: In: Funk-Korrespondenz. 49. Jahrgang. Nr. 43. 26.10.2001. S. 37.
  • N. N.: In: Funk-Korrespondenz. 49. Jahrgang. Nr. 45. 09.11.2001. S. 45.

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