ARD-Hörspieldatenbank


Hörspielbearbeitung



Johannes Jansen

Dickicht. Anpassung


Vorlage: Dickicht. Anpassung (Texte)

Bearbeitung (Wort): Kai Grehn

Komposition: Kai-Uwe Kohlschmidt

Redaktion: Henning Rademacher

Technische Realisierung: Rudolf Grosser, Angelika Körber

Regieassistenz: Wibke Starck


Regie: Kai Grehn

Eine verstörte Stimme, männlich und weiblich, meldet sich in dieser als innerer Monolog oder imaginiertes Zwiegespräch gestalteten Rede zu Wort: Der Kopf als "telepathischer Bunker" bildet das Zentrum des als bettläge rig und pflegebedürftig skizzierten erzählerischen Ichs, bei zunehmendem Ausfall des Körpers und seiner Funktionen. Der Adressat: "Vielleicht ein Gehörloser, vorausgesetzt, er ist blind." Die resümierende Maxime aus dem "Strategiepapier" dieses Ichs lautet: "Sieh zu, dass du nicht zurechtkommst." Der bei dem Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 1996 mit dem "Preis des Landes Kärnten" ausgezeichnete Text des Autors stellt sich in die Tradition von Kafka, Beckett und Thomas Bernhard zugleich. Als eine "Rede aus dem Kerker eines Kopfes" charakterisierte die Literaturkritikerin und Klagenfurter Jurorin Iris Radisch Jansens Text, der mit der "Geste einer logisch philosophischen Deduktion" eine "Art Denken im Urzustand literarisch abbildet". Er führe vor, "dass es zu jedem Gedanken, den er probeweise antippt, auch schon immer einen Gegengedanken, eine Vernichtung dieses Hauptgedankens gegeben hat, und so hat der ganze Text für mich die Geste einer philosophischen Deduktion, die aber permanent abbricht, in einem Cut-up- Verfahren sich immer wieder selbst unterbricht und dann entweder im Nonsens, in einer Selbstparodie, oder einfach auch nur in diesen Schnitten endet." (Iris Radisch)

Johannes Jansen, geboren 1966 in Ost-Berlin, aufgewachsen in Freiberg, Leipzig und Pankow, arbeitet nach einer Lehre als Graveur und einem Studium der Gebrauchsgrafik heute als freier Autor und ist in der Altenpflege tätig; er lebt in Berlin. Zu seinen Veröffentlichungen zählen (Auswahl): "Lost in London" (1994), "Kleines Dickicht", Roman (2000), "Verfeinerung der Einzelheiten" (2001), "Halbschlaf Tag Nacht Gedanken", (2004). Er erhielt 1997 die "Ehrengabe der Deutschen Schiller-Stiftung".

A
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Mitwirkende

Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
Andreas LeupoldEr
Astrid MeyerfeldtSie
Kerstin HilbigKrankenschwester


 


Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Norddeutscher Rundfunk 2004

Erstsendung: 03.11.2004 | 20:05 Uhr | 45'05

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