ARD-Hörspieldatenbank


Lesung



Karl Kraus

Die letzten Tage der Menschheit


Vorlage: Die letzten Tage der Menschheit (Tragödie )

Die Handlung setzt mit den Reaktionen ein, die der politische Mord von Sarajewo an dem österreichischem Thronfolgerpaar in den verschiedensten österreichischen Gesellschaftsschichten auslöste. In den folgenden Akten wird vor allem der Gegensatz zwischen dem grausamen Geschehen an der Front und dem Parasitenleben der Kriegsgewinnler in der Etappe und in der Heimat gezeigt. Während an der Front die Soldaten sterben, prassen ordenslüsterne Offiziere in der Etappe, verfassen pensionierte Hofräte hurrapatriotische Heldengedichte. Der Krieg wird schließlich immer grausamer und entartet auf beiden Seiten der Front zu bestialischer Mordlust. Kaiser Franz Joseph von Österreich und der deutsche Kaiser Wilhelm II., die beide den Durchhaltewillen der notleidenden Bevölkerung und der im Stellungskrieg erstarrten Fronten anheizen, werden als groteske Popanze vorgeführt. Als sich die Katastrophe abzuzeichnen beginnt und in der Heimat der sozialdemokratische Umsturz vorbereitet wird, bringen sich die Kriegsgewinnler in die Schweiz in Sicherheit. Die als seelische und körperliche Krüppel heimkehrenden Soldaten werden mit hohlem Pathos empfangen und gleichgültig in eine zerrüttete Welt entlassen. Im Epilog treffen sich Symbolgestalten, eine männliche und eine weibliche Gasmaske, ein sterbender Soldat und Hyänen mit Menschengesichtern, auf dem Schlachtfeld. Die einen klagen an, die anderen bekennen ihre Unmenschlichkeit und ihre Gier. Der Antichrist übernimmt schließlich die unumschränkte Herrschaft über die Erde, und Gott verkündet angesichts der furchtbaren Apokalypse: "Ich habe es nicht gewollt." 

Szenische Lesung des Ensembles des Deutschen Theaters Berlin

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Mitwirkende

Sprecher
Mathilde Danegger
Amy Frank
Herwart Grosse
Wolfgang Heinz
Paul R. Henker
Adolf-Peter Hoffmann
Wolfgang Langhoff
Friedrich Links
Karl Paryla
Erika Pelikowsky
Emil Stöhr
Peter Sturm


 


Hörspiel historisch


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Rundfunk der DDR 1957


Erstsendung: 24.11.1974 | 81'32


Hörspiel im DRA Babelsberg verfügbar


Darstellung: