ARD-Hörspieldatenbank

Hörspielbearbeitung


Klassik:Jetzt!


Heinrich von Kleist

Der zerbrochene Krug


Vorlage: Der zerbrochene Krug (Theaterstück)

Bearbeitung (Wort): Heide Böwe

Komposition: Gerd Bessler

Regie: Leonhard Koppelmann

Ein Dichterwettstreit, mit seinen poetischen Freunden scherzhaft eingegangen, war der Anlass für Kleists Lustspiel, in dem ein Dorfrichter namens Adam, ganz übel zugerichtet, Gerichtstag halten muss. Anwesend ist ein Gerichtsrat, zur Inspektion gesandt. Dem Richter schwant nichts Gutes bei der Sache, die es zu verhandeln gilt: Ein Krug wurde des Nachts zerbrochen in der Kammer einer Jungfer. "Ihr guter Name lag in diesem Topfe, und vor aller Welt mit ihm ward er zerstoßen". - So die Mutter. Den Krugzertrümmerer gilt es nun zu ermitteln. Der durchtriebene Übeltäter aber ist der Richter selber, der nun - gleich Ödipus bei Sophokles - die eigene Sache zu verhandeln hat, im Unterschied zu diesem jedoch genau im Bilde über seine Untat ist: Gemeine Erpressung nämlich sollte ihm die Jungfer gefügig machen! Der sündige Adam, mehr und mehr verstrickt ins eigene Gespinst von Lügen, strauchelt schließlich, - und dann fällt er. Für sein Vergehen gänzlich straflos ausgehen wird der Richter nicht, doch letztlich - vorausgesetzt die Kassen stimmen - wird er Gnade finden vor der Obrigkeit. Schließlich war es die Begehrlichkeit des "alten Adam" nach der jungen "Eve", die ihn so zu Fall gebracht. Beim Weimarer Uraufführungversuch zwar durchgefallen, ist Kleists Komödie auf deutschen Bühnen nach zweihundert Jahren immer noch lebendig, "und die ganze Darstellung dringt sich mit gewaltsamer Gegenwart auf." (Goethe)

Heinrich von Kleist (1777-1811), geboren in Frankfurt an der Oder, war 1792 bei der preußischen Garde; 1807-1809 lebte er in Dresden, zuletzt in Berlin, wo er 1810/11 die "Berliner Abendblätter" herausgab. Am 21. November 1811 wählte er den Freitod am Wannsee bei Berlin. Er schrieb die Theaterstücke "Familie Schroffenstein" (1803), "Amphitryon" (1807), "Der zerbrochene Krug" (1808), "Penthesilea" (1808), "Käthchen von Heilbronn" (1810), "Hermannsschlacht" (1808), "Prinz von Homburg",(1809-11). Zu seinen Erählungen gehören "Die Marquise von O." (1808) und "Das Erdbeben von Chili" (1810).

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Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Wolf-Dietrich SprengerWalter, Gerichtsrat
Hilmar EichhornAdam, Dorfrichter
Winfried GlatzederLicht, Schreiber
Jutta HoffmannFrau Marthe Rull
Stefanie SchönfeldEve, ihre Tochter
Klaus ManchenVeit Tümpel, ein Bauer
Jörg MalchowRuprecht, sein Sohn
Gudrun RitterFrau Brigitte
Natascha MamierLiese
Katharina LeyMargarete
Klaus-Dieter BangeEin Bedienter


 

Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Mitteldeutscher Rundfunk 2006


Erstsendung: 04.07.2006 | 62'33


CD-Edition: Argon Verlag 2007


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