ARD-Hörspieldatenbank

Hörspielbearbeitung



James Joyce

Dubliner (5. Teil: Entsprechungen / Erde)


Vorlage: Dubliner (Roman)

Sprache der Vorlage: englisch

Übersetzung: Dieter E. Zimmer

Regie: Ulrich Lampen

Selbstmitleid, Alkoholsucht, Ausweglosigkeit. Das Leben des Protagonisten Farrington in der Erzählung "Entsprechungen" ist ein Scheitern auf ganzer Linie. Seine Arbeit in einem Büro erledigt er unkonzentriert, er wird vom Chef gerügt, reagiert unverschämt und muss sich öffentlich entschuldigen. Gedemütigt versteigert er seine Uhr im Pfandhaus, um für ein nächtliches Gelage Geld zu bekommen. Im feucht-fröhlichen Kreise seiner Freunde eskaliert die Situation. Als Farrington nachts nach Hause kommt, reagiert er seine Frustration damit ab, seinen Sohn brutal zu verprügeln. Die Geschichte "Erde" spielt an Allerheiligen. Maria, die in einer Waschanstalt arbeitet, besucht ihren Ziehsohn Joe und seine Familie. Voller Vorfreude kauft sie Kuchen und hofft auf ein nettes Zusammensein. Dass sie einen Teil der Mitbringsel in der Trambahn liegen lässt, wirft einen Schatten auf den Abend. Doch Joe und seine Frau haben gute Laune, die Kinder sind fröhlich, es wird viel über vergangene Zeiten geredet. Unterschwellig ist jedoch eine Atmosphäre der Sprachlosigkeit und der alles beherrschenden Konvention spürbar. Als die Kinder Maria einen Streich spielen und sie mit verbundenen Augen in feuchte Erde aus dem Garten fassen lassen, herrscht "einige Sekunden lang Schweigen  dann gab es viel Hin und Her und Geflüster".

James Joyce wurde 1882 in Dublin geboren. 1888 trat er ins Jesuiteninternat Clongowes Wood ein und wechselte zunächst ans Belvedere College, später dann ins University College, an dem er 1902 seinen Abschluss machte. 1904 begann er mit der Arbeit an "Stephen", "der Held" und der ersten "Dubliner"-Erzählung. Außerdem brach er mit Nora Barnacle nach Triest auf. 1905 erschienen weitere "Dubliner"-Erzählungen. 1906 ging Joyce als Bankangestellter nach Rom. Dort verfasste er die "Dubliner"-Erzählung "Die Toten". 1907 kehrte er nach Triest zurück. Zu dieser Zeit begann sein lebenslanges Augenleiden. Er veröffentliche seinen Gedichtband "Kammermusik" und 1914  die "Dubliner". 1915 floh er nach Zürich und 1918 entstand der Vorabdruck von "Ulysses", der am 2.2.1922 in Paris erschien. 1923 begann er mit der der Arbeit an "Finnegans Wake". 1924 erschien ein Ausschnitt aus "Finnegans Wake", der 1926 stark kritisiert wurde und eine Schaffenskrise bei Joyce auslöste. 1931 heiratete er Nora Barnacle. 1934 wurde "Ulysses" vom Vorwurf der Pornographie freigesprochen. 1939 erschien "Finnegans Wake". James Joyce starb 1941 in Zürich.

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Mitwirkende

Sprecher
Christian Friedel
Sylvester Groth
Paul Herwig
Nico Holonics
Thomas Thieme
Bibiana Beglau


Bei den Aufnahmen des Hörspiels "Dubliner" von James Joyce im Studio 10: Silvester Groth in der Rolle als Mann mittel 1 | Bild: BR/Regina Payenberg-Zeitler

Bei den Aufnahmen des Hörspiels "Dubliner" von James Joyce im Studio 10: Silvester Groth in der Rolle als Mann mittel 1 | Bild: BR/Regina Payenberg-Zeitler

Bei den Aufnahmen des Hörspiels "Dubliner" von James Joyce im Studio 10: Silvester Groth in der Rolle als Mann mittel 1 | Bild: BR/Regina Payenberg-Zeitler
Regisseur Uli Lampen (l.) und Peter Fricke als Mann alt | Bild: BR/Ulrike Kreutzer
Florian Fischer in der Rolle als Mann jung 4 |  Bild: BR/Stefanie Ramb
Brigitte Hobmeier in der Rolle als Frau jung | © BR/Ulrike Kreutzer
Thomas Thieme in der Rolle als Mann mittel 2 | © BR/Ulrike Kreutzer

Thomas Thieme in der Rolle als Mann mittel 2
© BR/Ulrike KreutzerThomas Thieme in der Rolle als Mann mittel 2
© BR/Ulrike Kreutzer



PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Bayerischer Rundfunk 2012


Erstsendung: 25.03.2012 | 49'21


CD-Edition: Der Hörverlag 2012


AUSZEICHNUNGEN

1. Platz hr2-Hörbuchbestenliste Juni 2012 (CD-Edition)


REZENSIONEN

Matthias Heine: Eiskalter Realismus. In: Die Welt, 14.04.2012 S. 7. | Eva-Maria Lenz: Denkstacheln. In: epd Medien 23.03.2012, S. 34. | Stefan Fischer: Mitunter boshaft – Mikrokosmos Dublin: Ein Hörspielprojekt des BR. In: Süddeutsche Zeitung 25.02.2012, S. 21.


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