ARD-Hörspieldatenbank


Hörspielbearbeitung



Dave Eggers

Ein Hologramm für den König


Vorlage: Ein Hologramm für den König (Roman)

Sprache der Vorlage: amerikanisch

Übersetzung: Ulrike Wasel, Klaus Timmermann

Bearbeitung (Wort): Irene Schuck

Redaktion: Susanne Hoffmann

Technische Realisierung: Peter Kretschmann; Birgit Gall

Regieassistenz: Janine Lüttmann


Regie: Irene Schuck

Alan Clay reist im Auftrag eines amerikanischen Telekommunikationsriesen mit einem Stab junger Mitarbeiter nach Saudi-Arabien. Dort soll er König Abdullah ein IT-System für eine Retortenstadt verkaufen, die dieser am Roten Meer aus dem Boden stampfen lässt. Für den runtergerockten Consultant Clay ist die Präsentation die letzte Chance, noch einmal beruflich Fuß zu fassen, seinen Schuldenberg abzutragen und seiner Tochter Kit Geld fürs College zu schicken. Doch der König erscheint nicht, heute nicht und morgen auch nicht. Clay verbringt die Zeit mit sinnlosem Warten in einem Zelt am Rande der riesigen Baustelle, aus der eines Tages die Stadt erwachsen soll. Zusammen mit seinem Team kämpft er gegen die mörderische Hitze und wackeliges WiFi und beobachtet die Arbeiter, die den Sand aus der Wüste fegen. Nachts im Hotel schreibt er lange Briefe an seine Tochter, denkt über seine gescheiterte Ehe und verkorkste Karriere nach. Er betrinkt sich mit dem schwarzgebrannten Schnaps, den die westlichen Arbeitsnomaden einschmuggeln ("Hier wird mehr getrunken als in Finnland") und befühlt seine Geschwulst im Nacken, von der er glaubt, dass sie es sei, die ihm seine Lebenskraft raubt. Befremdlich, nachgerade surreal sind Clays Erfahrungen mit dem restriktiv-islamischen Land, in dem es zwar keine Demokratie und keine Rechte für Frauen gibt, das jedoch aussieht wie "Los Angeles mit Burkas". Clay begegnet lauter Arabern, die vorbildlich ausgebildet sind, besser Englisch sprechen als die amerikanischen Investoren und die islamische Verbotskultur routiniert austricksen. Er stolpert durch schräge Abenteuer, die so unwirklich verflimmern, wie es nur sein kann in dieser zwischen Futurismus und Mittelalter oszillierenden Traumwelt. Auf einer Sex- und Drogenparty lässt er sich auf eine Nacht mit einer skandinavischen Beraterin ein, die er jedoch genauso wenig befriedigen kann wie die arabische Ärztin, die ihn von seiner sich als harmlos entpuppenden Geschwulst befreit. Und bei einem Jagdausflug in die Berge erschießt er beinahe einen Hirtenjungen und wird ums Haar als mutmaßlicher CIA-Agent hochgenommen. Ein Hologramm für den König ist tragikomisches Endspiel eines amerikanischen Aufsteigers, der es ohne College Abschluss ins mittlere Management brachte und jenen Neoliberalismus beförderte, der ihn jetzt selbst zu Fall bringt.

Dave Eggers, apostrophiert als der neue Star der Hipsterliteratur, lebt in Nordkalifornien. Der Autor hat bislang sechs Bücher veröffentlicht, die zahlreiche literarische Auszeichnungen erhielten, zum Beispiel den American Book Award und den Albatros-Preis der Günter-Grass-Stiftung. Eggers ist Gründer von McSweeney's, einem unabhängigen Verlag. 2002 rief er ein gemeinnütziges Schreib- und Förderzentrum für Jugendliche ins Leben.

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Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Friedhelm PtokErzähler
Wolfgang PreglerAlan Clay
Julia NachtmannCayley
Julian GreisEdward
Stephan SchadFluggast / Männerstimme
Stefan HaschkeYousef
Andreas GrötzingerSajed
Traudel SperberMaha
Nico HolonicsBrad
Birte SchnöinkRachel
Leslie MaltonPia
Nina PetriDr. Hakem
Matthias LejaAl-Ahmad
Traudel SperberFrauenstimme / Ansage
Uwe FriedrichsenDad
Mahmoud KalifaCousin
Ramin YazdaniAtif


Wolfgang Pregler als Alan | © NDR/Jann Wilken

Wolfgang Pregler als Alan | © NDR/Jann Wilken

Wolfgang Pregler als Alan | © NDR/Jann Wilken
Leslie Malton als Pia | © NDR/Jann Wilken
Regisseurin Irene Schuck und Wolfgang Pregler als Alan | © NDR/Jann Wilken
Leslie Malton als Pia und Wolfgang Pregler als Alan | © NDR/Jann Wilken
Wolfgang Pregler als Alan | © NDR/Jann Wilken

Wolfgang Pregler als Alan
© NDR/Jann WilkenWolfgang Pregler als Alan
© NDR/Jann Wilken



PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Norddeutscher Rundfunk 2014

Erstsendung: 22.06.2014 | 74'30


REZENSIONEN

  • Stefan Fischer: Sand im Getriebe. In: Süddeutsche Zeitung. 21.06.2014. S. 34.

Darstellung: