ARD-Hörspieldatenbank

Originalhörspiel, Mundarthörspiel



Wilhelm Genazino

Verrecke im Schadde

übersetzt ins Alemannische


Sprache des Hörspiels: alemannisch


Übersetzung: Ursula Genazino


Regie: Lilo Külp

„Als ich anfing zu schreiben, war ich siebzehn Jahre alt, und das Schreiben war zu diesem Zeitpunkt ein Akt des Widerstands: gegen die Schule, gegen den Mangel, gegen die Eltern, gegen die damals einsetzende Fernseh-sucht, die nach meinem damaligen Empfinden schuld war an der wachsenden Stummheit der Menschen.“ (Wilhelm Genazino in seiner Dankesrede für den Samuel-Bogumił-Linde-Literaturpreis der Städte Toruń und Göttingen 2014).

Es ist erst der 24. des Monats, und doch ist schon kein Geld mehr da. Der Mann ist verzweifelt. Er staucht die Frau zusammen. Seine Worte sind brutal. Die Frau weint. Er geht zur Mutter. Die gibt ihm achtzig Mark. Und noch zwanzig extra. Aber nichts ist im Leben umsonst – und die Gabe hat ihren Preis. Mit schonungslosem Blick erzählt Wilhelm Genazino von einfachen Verhältnissen, die das Leben schon zu Lebzeiten verunmöglichen. Die ärmliche Welt, die er beschreibt, reicht zurück in die 1940er- und 1950er-Jahre, in die Nachkriegszeit, in der Genazino aufgewachsen ist. (Pressetext des SWR von 2019 anlässlich einer Wiederholungsausstrahlung)

Wilhelm Genazino(1943 – 2018) geboren in Mannheim, lebte in Frankfurt. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Georg-Büchner-Preis und dem Kleist-Preis. Zuletzt erschienen die Romane „Bei Regen im Saal“ (2014), „Außer uns spricht niemand über uns“ (2016) und „Kein Geld, keine Uhr, keine Mütze“ (2018). Genazino hat zahlreiche Hörspiele geschrieben. Er starb in Frankfurt.

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Mitwirkende

Sprecher
Franz Josef Saile
Silvia Reize
Carla Hunn
Hans Goguel


 

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Südwestfunk 1978

Erstsendung: 03.12.1978 | 40'53


Darstellung: