ARD-Hörspieldatenbank


Hörspiel



Gert Hofmann

Casanova und die Figurantin


Regie: Walter Adler

In Gert Hofmanns neuem Hörspiel steht eine zufällige Begegnung des altgewordenen, von Gicht und Todesangst geplagten Lebemannes mit seiner greisenhaften Mutter im Mittelpunkt, die sich als abgetakelte Komödiantin durchs Leben frettet. Das Gespräch, in das sie ihren Sohn verwickelt, gerät zu einer Art Generalbeichte und Abrechnung in einem: der notorische Verführer muß das Leben, das sie ihm geschenkt hat, vor ihr rechtfertigen und bricht, da es nicht viel zu rechtfertigen gibt unter ihren bösen, bohrenden Fragen zusammen. Aber auch die uralte Frau, die ihm vorwirft, er habe sein Leben lang nicht nach ihr gefragt, ja zuletzt nicht einmal mehr an sie gedacht, weil er immer andere Frauen im Kopf gehabt habe, bietet ein schäbiges Bild, als Casanova zum Verhör übergeht: auch sie ist nicht ohne Federn zu lassen durchs Leben gekommen. Am Ende ziehen beide das Schweigen vor und jeder geht stumm seines Weges.

Gert Hofmann (1932-1993) geboren in Limbach Sachsen, lebte später in Niederbayern und lehrte Germanistik an der Universität Ljubljana. Hofmann schrieb Hörspiele, Theaterstücke, Erzählungen, Romane. Er erhielt Literaturpreise in den USA, der Tschechoslowakei und Jugoslawien, 1979 den Ingeborg-Bachmann-Preis und 1980 den Prix Italia (RAI) für sein Hörspiel "Die Überflutung". Vier Wochen vor Abgabe des Manuskripts für seinen letzten Roman "Die kleine Stechardin" starb Gert Hofmann am 1. Juli 1993 in Erding bei München, wo er seit 1980 mit seiner Familie lebte.

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Mitwirkende

 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Hessischer Rundfunk 1981


Erstsendung: 17.12.1981 | 44'15


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