ARD-Hörspieldatenbank


Hörspiel



Alfred Bergmann

Das Märchen vom Lande der Blinden, in dem der Einäugige König sein soll


Komposition: Serge Weber

Regie: Andreas Weber-Schäfer

Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts schrieb der Engländer Herbert George Wells den Roman "Die Zeitmaschine". Die wie eine Abenteuergeschichte erzählte negative Utopie machte ihren Verfasser weltberühmt. H.G. Wells gilt heute neben Jules Vernes als der Begründer der Science fiction. In vielen späteren Arbeiten variiert Wells ein eigentliches Grundthema, die Frage nämlich, ob es dem Menschen möglich ist, aus seiner Zeit, aus seiner eigenen Geschichtlichkeit also, herauszutreten und sein Glück in anderen gesellschaftlichen Verhältnissen zu finden. Alfred Bergmann, ein erprobter Hörspielautor, hat die Short Story" Das Land der Blinden" in einem Hörspiel nacherzählt. Schon der geänderte Titel "Das Märchen vom Lande der Blinden" deutet darauf hin, daß Bergmann in seiner Bearbeitung andere Akzente setzt. Es entsteht eine Parabel über die Anpassungsfähigkeit des Menschen an ungewohnte Lebensbedingungen. Die Frage nach der Anpassungsfähigkeit ist aufs engste verknüpft mit einer geistigen Problematik: bringt der Absturz aus den Höhen endloser Horizonte in eine "blinde Welt im Tal" Geborgenheit und Schutz vor dem unberechenbaren Zufall des Fortschritts und kann er den Menschen glücklich machen, oder ist ein Leben in begrenzten Reservaten für den Menschen Anlaß zu immer neuen Ausbruchsversuchen? Märchenhafte Parabeln können die Probleme des Daseins nicht lösen. Zu den rätselvollen Geheimnissen der Sprache gehört es aber, daß sich in den Fragen oftmals die Antworten versteckt halten.

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Mitwirkende

 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Radio Bremen


Erstsendung: 08.05.1981 | 69'05


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