ARD-Hörspieldatenbank


Hörspiel



Waltraud Schmitz-Bunse

Avila, im Dezember 1581

Heiligenlegende für einen Inquisitor


Regie: Heinz Wilhelm Schwarz

Teresa von Avila, die spanische Nationalheilige aus dem 16. Jahrhundert, diktiert einer jungen Schwester aus ihrem Kloster einen Brief. Der Brief ist an einen Kirchenoberen gerichtet, den sie um Nachsicht und Duldung ihrer Ordensbrüder und - schwestern bittet. Teresa hat im Laufe ihres Lebens zusammen mit dem Priester Johannes vom Kreuz versucht, den Karmelitinnen-Orden zu reformieren, zu seiner ursprünglichen Strenge und Frömmigkeit zurückzuführen. Dieser Versuch wurde natürlich von den Vertretern des alten Ordens als Kritik an ihrem zum Teil unreligiösen Lebensstil übelgenommen. Man hat Johannes vom Kreuz in einen Kerker gesteckt, seine und Teresas Anhänger immer wieder bei der Inquisition angezeigt und der Häresie verdächtigt. In dem Brief, den Teresa nun an den Inquisitor schicken will, versucht sie, diesen von dem Unsinn solcher Verdächtigungen zu überzeugen. Dabei weiß sie genau, daß sie selbst, die Tatsache nämlich, daß sie als Frau in kirchlichen Angelegenheiten zu sprechen wagt, für die Vertreter der Institution der größte Stein des Anstoßes ist. Der Brief an den Inquisitor läuft deshalb auch auf eine Selbstrechtfertigung hinaus, bei der ihr ganzes Leben in den Blick kommt. Er zeigt einen Menschen, für den Aktion und Mystik keine Gegensätze sind, sondern strukturierende Elemente des Menschen überhaupt. Waltraut Schmitz­Bunse, geboren 1926, publizierte Kinderbücher, Essays, Filme und Hörspiele und war über lange Jahre im Frauen-Kinder- und Jugend-Programm des WDR tätig. Ihr letztes Hörspiel "Alter König mit Frau" wurde 1985 gesendet.

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Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Irmgard FörstTheresia


 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 1987


Erstsendung: 13.12.1987 | 58'40


Kassetten-Edition: Herder Verlag 1999


Darstellung: