ARD-Hörspieldatenbank


Hörspiel


Shalom


Yosef Bar-Yosef

Boochie


Übersetzung: Astrid Litfaß

Bearbeitung (Wort): Astrid Litfaß

Komposition: Eldad Lidor

Regie: Eran Baniel

Boochie, das ist der familiäre Kosename des leichtsinnigen Baruch, den sein Vater, der streng orthodoxe Jude Eliyahu aus dem Haus in Beth­Israel wirft, als der24jährige Baruch sich weigerte die Liebesaffäre mit einer verheirateten Frau zu beenden. Der verlorene Sohn betreibt in Tel-Aviv eine Reihe industrieller Unternehmungen, die eine nach der andern im Bankrott enden. Nach 12 Jahren ist er auf einem beispiellosen Tiefpunkt seiner Karriere angelangt. Doch wie stets ist er voller Pläne: er wird das todsichere Geschäft in Argentinien machen, eine Frau ist wieder dabei im Spiel. Allerdings benötigt er fürs erste neues Kapital, und der einzige Weg, es zu bekommen, wäre der, daß sein Vater ihn wieder in sein Testament aufnimmt und ihm seinen Anteil am Familienvermögen - einer Spirituosenhandlung - auszahlt. Und just zu dem Zeitpunkt, wo es Baruch aus den geschilderten Motiven in den Familienschoß zurückzieht, erhält er den nächtlichen Anruf seines todkranken Vaters, der ihn bittet, nach Hause zu kommen. Oberflächlich gesehen, ist es die Anhänglichkeit ans orthodoxe Ritual, was Eliyahu zu diesem Schritt treibt: ein Jude kann nicht "richtig" sterben, wenn sein Sohn nicht das "Kaddisch (Klagegebet) für ihn spricht; im Grunde verbirgt sich dahinter jedoch die spezifisch jüdische, fast mythisch zu nennende Vater-Sohn-Bindung. Yosef Bar-Yosef, geboren in Jerusalem, lebt in Tel-Aviv. Er entstammt einer streng orthodoxen Rabbinerfamilie aus Safat, dem geistigen Zentrum des israelischen Chassidismus. Fast alle seiner zahlreichen und viel gespielten Bühnenwerke beschäftigen sich denn auch mit dem Konflikt der sich aus der Spannung zwischen den Geboten der religiösen Tradition und den Anforderungen heutiger Alltagsrealität ergibt: Yosef Bar-Yosef gilt als einer der exponiertesten Vertreter der kritischen Intellektuellen Israels.

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Mitwirkende

 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 1988


Erstsendung: 19.06.1988 | 59'33


Darstellung: