ARD-Hörspieldatenbank


Ars acustica


Anthologie Ars Acustica


Pierre Henry

Anthologie Ars Acustica (6. Folge: Futuristie)

Herausgegeben von Klaus Schöning


Komposition: Pierre Henry


Regie: Pierre Henry

Die im ersten Halbjahr 1988 begonnene Anthologie Ars Acustica vergegenwärtigt in exemplarischen Beispielen die Tradition der akustischen Kunst. Der Komplex des italienischen Futurismus wird abgeschlossen durch das 1975 entstandene Werk "Futuristie". Eine Hommage des französischen Pioniers der konkreten Musik, Pierre Henry, an den italienischen Futuristen Luigi Russolo, dessen Wirken in einer der vorangegangenen Ars Acustica-Sendungen vorgestellt wurde. Luigi Russolo, futuristischer Maler und Komponist, Autor des 1913 erschienenen Manifestes "Die Kunst der Geräusche", ist einer der Wegweiser der musique concrète. Seine Wiederentdeckung bedeutete eine Öffnung zum Universum der Geräusche. Im Gegensatz aber zur musique concrète realisierte Russolo seine Klänge und Geräusche "direkt" mit seinen selbstgebauten Klangerzeugern, den "intonarumori". Das erste Konzert mit diesen futuristischen Geräuschmaschinen fand am 11. August 1914 in Mailand statt. Der "Weg zurück zu den Quellen" ist bei Pierre Henrys Werk "Futuristie" relativ, da die Klangerzeuger nicht live eingesetzt werden, sondern als musique concrète aus einem Repertoire auf Tonband aufgenommener und komponierter Klänge und Geräusche bestehen. Dennoch versteht Pierre Henry dieses "grand spectacle sonore" als eine "historische Nachschöpfung": "Ich selbst bin zu Beginn meines Schaffens sehr futuristisch gewesen." Für die Ars Acustica-Anthologie hat er eine neue Radioversion der "Futuristie" montiert.

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Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 1988

Erstsendung: 04.10.1988 | 47'00


Darstellung: