ARD-Hörspieldatenbank


Hörspiel



Fernando Arrabal

Baal Babylon


Übersetzung: Elmar Tophoven

Bearbeitung (Wort): Norbert Schaeffer

Regie: Norbert Schaeffer

Der spanische Dichter Fernando Arrabal, geboren 1932 in Melilla in Spanisch-Marokko, hat mit "Baal Babylon" eine kunstvolle Autobiographie geschrieben. Sein Vater, ein Maler, wurde am Vorabend des spanischen Bürgerkriegs vom Militär verhaftet, möglicherweise von seiner Frau als 'Roter' denunziert. Die Todesstrafe wurde in 30 Jahre Gefängnis umgewandelt. Nach Aufenthalten in verschiedenen spanischen Gefängnissen verschwand er spurlos aus dem Gefängniskrankenhaus in Burgos. Seine Mutter, streng katholisch, war dem Regime des faschistischen Generals Franco treu ergeben. Sie verleugnete jahrzehntelang ihren Kindern den Vater. Seine Tante: ihr Verhalten ist als Mischung aus Katholizismus und unkontrollierter Sexualität zu beschreiben. Unter solchen Vorzeichen stand die Kindheit des Dichters Arrabal. Im Jahr 1967 - er lebte seit langem in Frankreich - wurde Arrabal während eines Spanienbesuchs verhaftet, weil er sein Buch "Baal Babylon" mit einer 'gotteslästerlichen' Widmung signierte. Dieses Werk stellt die Welt des Kindes dar, das sich an die Mutter klammert. Sein Thema ist die Gewalt, die die Kirche im katholischen Spanien auf Heranwachsende ausübte - und vor allem die Gewalt von Müttern, deren Liebe nur zu haben ist, wenn das Kind in ihrem Sinne funktioniert. Eine exemplarische Kindheit wird hier wie durch ein mystisches Ritual heraufbeschworen.

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Mitwirkende

 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Radio Bremen / Saarländischer Rundfunk 1988


Erstsendung: 07.03.1989 | 98'17


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