ARD-Hörspieldatenbank


Monolog


Bayerische Szene


Kerstin Specht

Amiwiesen


Bearbeitung (Wort): Raoul Wolfgang Schnell

Regie: Raoul Wolfgang Schnell

Auf den "Amiwiesen", wo sie in der Nachkriegszeit ab und zu einen Amerikaner traf, hat sie wohl die einzigen glücklichen Stunden erlebt. Jetzt ist sie alt und auf der Flucht; sie will zurückfliehen in diese Phase ihrer Vergangenheit. Aber das tut sie nicht ungestraft: Auf dem Weg dorthin überfällt sie ihr ganzes Leben, die armselige Jugend in Franken als Tochter eines Tagelöhners, die unerfüllt gebliebene erste Liebe, die lieblose Ehe mit einem älteren Mann, der sie bald zur Witwe machte. Ihr elendes Leben als Dienstmagd wird ihr bewußt, der Haß auf ihre Herrin steigt in ihr auf, obwohl die doch unter der Erde liegt, ermordet. Von wem? Und warum trägt die alte Frau das stumme, ungeliebte Kind ihrer Herrschaft auf dem Rücken mit sich? Sie selbst ist kinderlos. Ob das ein Fluch oder ein Segen ist, weiß sie nicht. Aber eines weiß sie genau: Der Mensch wird nicht im Stande der Unschuld geboren, die Sünden der Eltern stecken schon in ihm drin und wollen leben.

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Mitwirkende

 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Bayerischer Rundfunk / Süddeutscher Rundfunk 1990


Erstsendung: 22.04.1991 | 81'10


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