ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel


Hörspiel aus Osteuropa: Polen


Janusz Anderman

Aus der Vogelperspektive


Übersetzung: Roswitha Buschmann

Regie: Klaus-Dieter Pittrich

Masuren, Sommer 1990. Der junge Kunstmaler Jan wird von dem kautzigen Briefträger Fatalski über das, was in dem kleinen Dorf passiert, auf dem laufenden gehalten. Fatalski befürchtet den Ausverkauf Polens, denn gerade haben Japaner das Staatsgut übernommen und bieten Rundflüge für die Angestellten an, damit sie aus der Vogelperspektive die Heimat betrachten können. Aber auch viele Deutsche kommen nach Polen und fordern ihren ehemaligen Besitz zurück. So taucht auch eines Tages plötzlich die Soziologie-Studentin Eva vor Jans Haus auf und behauptet, es sei "ihres". Eva hat in diesem Haus ihre Kindheit bis 1975 verbracht. Dann wurde ihre Familie gezwungen, Polen zu verlassen, und reiste in den Westen aus. Jan wiederum behauptet, sein verstorbener Vater habe ihm dieses Haus testamentarisch vermacht. Es entspinnt sich ein Disput zwischen Jan und Eva, und die junge Frau versucht ihm klar zu machen, was es heißt, in Polen eine Deutsche und in Deutschland eine "Polackin" zu sein. Da taucht unverhofft ein neuer Besuch auf. Und Eva muß erfahren, daß ihre Eltern dieses Haus auch nur "bekommen" haben, weil die ursprünglichen Besitzer 1945 vertrieben wurden...

Janusz Anderman, geboren 1949, arbeitete nach seinem Slawistik-Studium als Redakteur bei verschiedenen unabhängigen Zeitschriften. Anderman, Mitglied des polnischen PEN-Zentrums, war Begründer der oppositionellen "Vereinigung Polnischer Schriftsteller" (SPP). Heute lebt er in Warschau und Masuren. Er schreibt Prosa, Hörspiele und Filmdrehbücher und ist mehrfach mit Literaturpreisen ausgezeichnet worden.

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Mitwirkende

 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 1993


Erstsendung: 29.08.1993 | 40'00


Darstellung: