ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel



Simone Schneider

Alex


Komposition: Stefan Hardt

Regie: Stefan Hardt

Im Zentrum von Simone Schneiders Libretto steht ein Abend auf dem Bahnhof Alexanderplatz, zwischen Zügen, Gleisen, U-Bahnhöfen, Rolltreppen und Neonlampen. Benita - "ein mittelgroßes Leichtgewicht und ohne Obdach" - winkt Alex zu, der lächelt. Die U-Bahn fährt ab. Benita verbringt jeden Abend am Alex, doch dieses Ritual bringt keine Sicherheit mit sich. Sie besucht die vertrauten Orte, den "Shop", den "Big Snack", "Ellenbergers Schmuckkästl", "Fix Card", sieht "Menschen der Leere". Neben den Anzeigetafeln, die für "Gott Schalck" und Schwellkörperimplantate werben: Verfall, Dreck, Verwesung, die auf Benita überzugehen scheinen. Berlin, Alexanderplatz: einst ein realer Platz, heute ein purer Verkehrsknoten. "In dieser Form der totalen Vernetzung sind alle Anschlüsse vorherbestimmt" (Simone Schneider). Es ist ein Ort der Leere, ein sozialer Nullpunkt. Hier hat sich die Auflösung der Stadt bereits vollzogen. "Simone Schneiders zitternder Griff ins Absolute ist endgültig, ihre Konsumkritik radikal, ihre Verweigerung allen postmodernen Humors absolut. Sie genehmigt ihrer Heldin im Tod eine echte ironiefreie Erlösung: 'endlich im Stand der Gnade verstorben und erhoben zur Heiligen folgt auch die Hebung in den Himmel um 2.05'" (Robin Detje in: Die Zeit).

An der Realisierung der Produktion wirkten mit: Karl Bruckmaier, Bernhard Jugel und Simone Schneider (Recherchen), Bernhard Voß (Aufnahme und Mitarbeit am Arrangement), Herbert Kapfer und Stefan Hardt (Konzeption) sowie Bernhard Lortholary, David Glyn Pindar und Valeri Scherstjanoi (diverse Übersetzungen).

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Mitwirkende

 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Bayerischer Rundfunk / DLR Berlin 1995


Erstsendung: 15.12.1995 | 47'34


AUSZEICHNUNGEN

Hörspiel des Monats Dezember 1995


Darstellung: