ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel



Heinrich Böll

Aussatz


Regie: Heinz Wilhelm Schwarz

In seinem Hörspiel "Aussatz" geht Heinrich Böll mit der katholischen Kirche hart ins Gericht. Er konstruiert einen exemplarischen Fall, der als eine Art Montage von Klischees dargeboten wird, in der die Figuren hypothetisch, zusammengesetzt erscheinen und vor allem nach ihrem funktionalen Stellenwert unterschieden werden. Die kolportagehafte Handlung ist nur insoweit wesentlich, als sie den schweren Vorwurf, den Heinrich Böll der katholischen Kirche macht, konkretisiert, einen Vorwurf, der die Existenzberechtigung der kirchlichen Hierarchie in ihrer gegenwärtigen Form in Zweifel zieht. In dem Hörspiel wird der Tod eines jungen Priesters aufgerollt, der aus Treue zum Glauben Selbstmord begangen hat. Heinrich Böll bringt damit jenen Zwiespalt zwischen christlichem Auftrag und hierarchischem Machtdenken zur Sprache, der wie kein anderer die Problematik einer Kirche in unserer Zeit kennzeichnet.

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Mitwirkende

 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 1970


Erstsendung: 06.05.1970 | 98'29


Darstellung: