ARD-Hörspieldatenbank


Feature



Michael Schulte

Das Leben des Karl Valentin (8. Teil)

Eine klingende Biographie in 14 Teilen


Regie: Matthias Thalheim

Diese Folge ist einem relativ ereignisreichen Jahr in Valentins Leben gewidmet: dem Jahr 1922. Relativ ereignisreich deshalb, weil Valentin ein an äußeren Begebenheiten eher armes Leben geführt hat. Allein 1922 hat er drei neue Stücke uraufgeführt. Zunächst die Szene "Musical-Clowns", die später als "Die verhexten Notenständer" verfilmt und in einer Schallplattenbearbeitung unter dem Titel "Wo die Alpenrosen blüh'n" aufgenommen wurde und bereits drei Monate später der Einakter "Das Christbaumbrettl", eines der besten und groteskesten Valentin-Stücke, das zu den Höhepunkten des Avantgardetheaters seiner Zeit zu rechnen ist. Am 9.Dezember schließlich wurde "Der Firmling" aus der Taufe gehoben, ebenfalls eines der Glanzlichter in Valentins Repertoire. Wann immer er konnte, besuchte Brecht - obwohl er ungern ins Theater ging - Valentin-Aufführungen. Als spätesten Zeitpunkt der persönlichen Bekanntschaft darf man den Sommer 1922 annehmen. In einem Kurzessay über Valentin schrieb Brecht damals: "Dieser Mensch ist ein durchaus komplizierter, blutiger Witz. Er ist von einer ganz trockenen, innerlichen Komik, bei der man rauchen und trinken kann und unaufhörlich von einem innerlichen Gelächter geschüttelt wird, das nichts besonders Gutartiges hat. Es ist nicht einzusehen, inwiefern Karl Valentin dem großen Charlie, mit dem er mehr als den fast völligen Verzicht auf Mimik und billige Psychologismen gemein hat, nicht gleichgestellt werden sollte, es sei denn, man lege allzuviel Gewicht darauf, daß er Deutscher ist". An O-Tönen sind in Folge 8 zu hören: "Wo die Alpenrosen blüh'n" (1941) und "Der Firmling" (1934, Ausschnitt aus dem Kurz-Tonfilm).

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Mitwirkende

 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Mitteldeutscher Rundfunk 1995


Erstsendung: 02.11.1995 | 27'56


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