ARD-Hörspieldatenbank


Feature



Michael Schulte

Das Leben des Karl Valentin (9. Teil)

Eine klingende Biographie in 14 Teilen


Regie: Matthias Thalheim

1922 oder 1923 haben Brecht und Valentin einen Film gedreht. Er entstand auf einem Speicher in der Münchner Tengstraße und ist so konfus geraten, daß die cineastische Fachwelt sich bis heute nicht darüber einig ist, ob es sich um ein abgeschlossenes Werk oder ein Fragment handelt. Dennoch wurde "Mysterium eines Frisiersalons" ein Meisterwerk, vielleicht gerade deshalb, weil es als solches nicht geplant war - ein Meisterwerk aus Versehen. Als die Münchner Kammerspiele in finanzielle Schwierigkeiten geraten waren, kam Rudolf Frank auf den Gedanken, Valentin für Nachtvorstellungen zu engagieren. Auf nachdrückliches Zureden hin verfaßte er den Zweiakter "Die Raubritter vor München", der dort am 1. April 1924 uraufgeführt wurde. Das Publikum brachte Valentin und Liesl Karlstadt Ovationen dar, die Kritik war begeistert. Dieser Abend war einer der Höhepunkte in Valentins Leben. Er hatte nun endgültig den Durchbruch geschafft, er war aufgenommen in die Welt des großen Theaters. Dennoch trat er auch weiterhin in den Singspielhallen auf. Der Eröffnungsdialog zwischen dem Wachtposten Bene und dem Trommlerbuben Michl ist eines der schönsten Zwiegespräche zwischen Valentin und Liesl Karlstadt überhaupt. Eine Szene übrigens, von der Thomas Mann so begeistert war, daß er sie zur Erheiterung seiner Gäste auswendig vortrug. Die Folge 9 enthält die Szenen: "Des Freundes Brief" (1940), "Der Vogelhändler" (1940), "Der Ententraum" (1929).

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Mitwirkende

 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Mitteldeutscher Rundfunk 1995


Erstsendung: 03.11.1995 | 27'18


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