ARD-Hörspieldatenbank


Feature



Michael Schulte

Das Leben des Karl Valentin (14. Teil)

Eine klingende Biographie in 14 Teilen


Regie: Matthias Thalheim

Kaum war der Krieg vorbei, war Valentin wieder voller neuer Pläne. München war zerbombt, aber er war sicher, bald wieder eine Singspielhalle eröffnen zu können. Doch nichts klappte. Nach offizieller Lesart ist er an einer Erkältung gestorben. Das stimmt und stimmt auch wieder nicht. Seine Erkältung war nur ein Vorwand, von der Lebensbühne abzutreten. Der eigentliche Grund: Er war buchstäblich zu Tode enttäuscht. Seine Pläne konnte er nicht verwirklichen, und allmählich mußte er einsehen, daß er vergessen und nicht mehr gefragt war. Das Jahr 1946 über war Valentin Depotverwalter der Musikinstrumentensammlung des Münchner Stadtmuseums. Danach stand er vor dem Nichts. Karl Valentin wurde Hausierer. In seiner Kellerwerkstatt stellte er Haushaltsgegenstände aus Holz her, die er in der Nachbarschaft zu verkaufen oder gegen Lebensmittel einzutauschen versuchte. Er träumte von Radioprogrammen mit seinen Schallplattenaufnahmen. Aber die Hörer wollten nichts mehr von ihm wissen. Daß er selbst gedacht hat, die amerikanischen Kontrolloffiziere hätten ihn abgelehnt, lag daran, daß man ihm die Wahrheit nicht sagen wollte. Man wollte ihm die Enttäuschung ersparen, daß seine Landsleute ihn fallen gelassen hatten. Am 9. Februar 1948 stirbt Karl Valentin an einem Rosenmontag. Die letzte Folge bringt die O-Töne: "Der überängstliche Hausverkäufer" (1940), "Der ewige Friede" (1946), Interview mit Gert Fröbe vom 25.03.1949 und "Buchbinder Wanninger" (1940).

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Mitwirkende

 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Mitteldeutscher Rundfunk 1995


Erstsendung: 10.11.1995 | 29'50


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