ARD-Hörspieldatenbank


Hörspielbearbeitung



Joseph Freiherr von Eichendorff

Das Marmorbild


Vorlage: Das Marmorbild (Novelle)

Bearbeitung (Wort): Gert Westphal

Komposition: Bernd Scholz

Regie: Gert Westphal

Von dieser Erzählung sagte ihr Verfasser, Joseph von Eichendorff, als er sie zur Veröffentlichung anbot, er betrachte sie nur "als einen Spaziergang in amtsfreien Stunden ins Freie hinaus". Diese Aussage ist allzu bescheiden. Wohl ist die Unbeschwertheit des Naturerlebnisses ein Element auch dieses Werkes. Aber sein Gehalt geht weit darüber hinaus. Der Edelmann Florio wird auf seiner Reise zum Helden eines Geschehens, in dem der Dichter auf romantisch-märchenhafte Weise die alte abendländische Fabel vom Venusberg und seiner Verlockung behandelt. "Die Lust hat eigenes Grauen", sagt ein Vers Eichendorffs. Sie hat es, weil in ihr die Gefahr des Zerstörenden lauert. Diese Gefahr hat die Maske sinnlicher Schönheit, deren Symbol die Venus ist. Von dem zur dämonisch kokettierenden Dame verwandelten Bildnis der heidnischen Göttin wird Florio genarrt und bezaubert. Aus dieser spukhaften Welt der Bedrohung rettet sich Florio aber am Ende durch seine Reinheit und Frömmigkeit. So mündet die Erzählung in Eichendorffs Überzeugung, daß diese Elemente stärker sind als die Macht der Finsternis. Es war das Ziel der Funkfassung von Gert Westphal, die Ursprünglichkeit des Originals zu vermitteln. Als Voraussetzung dazu mußte die Form in ihrer Verbindung aus Bericht und Dialog bewahrt bleiben.

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Mitwirkende

 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Südwestfunk 1953


Erstsendung: 04.01.1955 | 61'00


Kassetten-Edition: Ernst-Klett-Verlag 1987


Darstellung: