ARD-Hörspieldatenbank


Hörspielbearbeitung, Öffentliche Veranstaltung



Max Frisch

Andorra


Vorlage: Andorra (Theaterstück)

Regie: Kurt Hirschfeld

Das Andorra in dem neuen Drama von Max Frisch hat nichts zu tun mir dem wirklichen Kleinstaat dieses Namens. Es ist der Name für ein Modell. Und die Handlung erschöpft sich nicht in dem dargestellten Schicksal des jungen Andri, den die Andorraner für einen Juden halten und deshalb in den Tod treiben. Auch sie ist ein Modell - ein Modell für jede Form von Verblendung, mag sie rassische, religiöse oder politische Gründe haben. In seinem Hörspiel "Rip van Winkle", in seinem Roman "Stiller" und in einigen anderen Werken hat Frisch das Motiv der Identitätsflucht behandelt: Ein Mensch versucht, dem Bannstrahl seiner persönlichen Vergangenheit zu entrinnen, das Bild auszulöschen, das man sich von ihm gemacht hat. Das Drama "Andorra" bringt die Umkehrung dieses Motivs. Andri nimmt die Rolle, die man ihm zudiktiert, an. Er wird das, was er nicht ist, und erfüllt ein ihm aufgezwungenes Schicksal - stellvertretend, aber nicht in der Lüge der Konvention, sondern in der Freiheit der eigenen Entscheidung.

Besetzung der Uraufführung des Schauspielhauses Zürich

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Mitwirkende

 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Schweizer Radio DRS / Hessischer Rundfunk / Bayerischer Rundfunk 1962


Erstsendung: 13.03.1962 | 105'43


Darstellung: