ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel



Robert Pinget

Das Interview

übersetzt aus dem Französischen


Übersetzung: Elmar Tophoven, Helmut Scheffel

Komposition: Peter Zwetkoff

Regie: Fritz Schröder-Jahn

Jemand schaltet ein Rundfunkgerät ein, verfolgt ein bereits laufendes Interview bis zu einem prägnanten Punkt und schaltet dann ab. In dem Interview befragt eine klare, neutrale Stimme einen nicht mehr jungen Mann, der stockend und langsam antwortet. Alle Fragen beziehen sich auf das Verhältnis des Mannes zu einem einsamen Sonderling namens Mortin. Der Befragte gibt an, jenem Mortin vor mehr als zehn Jahren sechs Monate lang den Haushalt geführt zu haben. Mortin verbrachte seine Tage hauptsächlich mit Aufzeichnungen über einen Schriftsteller namens Mortier. Nach den sechs Monaten ließ Mortin durchblicken, dass der Mann ihm auf die Nerven ginge. Dieser kam dann immer seltener zu dem Biographen. Zehn Jahre nach Beendigung der Beziehungen zu Mortin hat der Mann Aufzeichnungen über dieses zentrale Kapitel seines Lebens begonnen, hat aber das Manuskript, nach Jahren verzweifelter Versuche, vernichtet. Er betrachtet sich gescheitert an den Grundvoraussetzungen des Schreibens: Mortin hatte sich verändert, er selbst hatte sich verändert. Welche seiner Identitäten sollte er zum Betrachter der Vorgänge machen und welcher Vorgänge? War, was er über Mortin dachte oder zu wissen meinte, Jahre danach noch die Wirklichkeit von damals? War nicht "alles in seinem Kopf"?

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Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Friedrich von BülowStimme A, Interviewer
Robert FreitagStimme B, der Interviewte


 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Südwestfunk / Bayerischer Rundfunk 1963


Erstsendung: 22.06.1963 | 37'45


Darstellung: