ARD-Hörspieldatenbank


Hörspielbearbeitung



Guy de Maupassant

Bel Ami (2. Teil der dreiteiligen Kurzfassung)


Vorlage: Bel Ami (Roman)

Sprache der Vorlage: französisch

Übersetzung: Helmut Peschina

Bearbeitung (Wort): Helmut Peschina

Komposition: Henrik Albrecht

Regie: Claudia Johanna Leist

Georges Duroy kommt aus der Provinz nach Paris, um dort sein Glück zu versuchen. Er ist zunächst einer von vielen ohne Geld, Kontakt und Beruf und daher froh um einen Job bei der Eisenbahn. Doch mit der Begegnung eines ehemaligen Regimentskameraden, M. Forestier, bahnt sich die außergewöhnliche Geschichte eines Aufstiegs an, die mitten in die Schaltzentren von Macht, Prestige und Öffentlichkeit in das Paris der Jahrhundertwende hineinspielt. Den schnell erfolgreichen Journalisten Georges Duroy zeichnet dabei kaum ein besonderes berufliches Talent aus, und es ist nicht der erste und letzte Artikel, den er sich von seiner angesehenen Freundin und späteren Ehefrau, Madeleine Forestier, einflüstern lässt. Neben dem konsequenten Ehrgeiz besitzt er nur noch die Begabung, Frauen zu verführen und sie für seine Zwecke einzusetzen. Dies unterscheidet ihn von seinem Kollegen Don Juan, der Frauen der Anmut, der Leidenschaft oder gar des gesellschaftlichen Widerspruchs wegen liebt. Der Held im Roman von Maupassant ist ein verbürgerlichter Frauenheld, der nicht zufällig in der "Großstadt des 19. Jahrhunderts" (W. Benjamin) verkehrt. Der Erfolg des Romans "Bel Ami" begründete den literarischen Ruhm Maupassants in der Welt, er sicherte darüber hinaus auch dessen Zukunft und ermöglichte ihm, fortan ein zumindest von äußerer Not freies Leben zu führen.

Guy de Maupassant (1850-1893) gehörte zunächst mit Emile Zola, Joris-Karl Huysmans u.a. zu den jüngeren Verfechtern des französischen Naturalismus, verschrieb sich aber bald dem Gesetz der Unparteilichkeit bei der Darstellung der Wirklichkeit, ohne jedoch die Grundhaltung des Ästhetizismus zu vertreten. Zu den Hauptgegenständen seiner Kritik zählt die sogenannte "gute Gesellschaft", der er häufig ihr heuchlerisches und feiges Verhalten vorhält, während er für Figuren aus den verpönten Schichten eine besondere Sympathie zum Ausdruck bringt. "Mademoiselle Fifi" ist eine von den berühmt gewordenen Dirnen Maupassants. Sein unverwechselbarer Stil gibt sich im spöttischen Ton und in den schlagenden Pointen zu erkennen, für die Gustave Flaubert große Bewunderung zeigte. Guy de Maupassant starb in geistiger Umnachtung an den Folgen von Syphilis.

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Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Christian BrücknerErzähler
Werner WölbernGeorge Duroy
Felix von ManteuffelMonsieur Forestier
Patricia HarrisonMadeleine Forestier
Angelika BartschClotilde de Marelle
Hermann LauseMonsieur Walter
Kornelia BojeMadame Walter
René HeinersdorffSaint-Potin
Walter RenneisenJacques Rival
Ernst August SchepmannMonsieur de Marelle
Heinz WalterGraf Vaudrec
Marcus VickStimme


Christian Brückner spricht die Rolle des Erzählers. | © WDR/Anneck

Christian Brückner spricht die Rolle des Erzählers. | © WDR/Anneck

Christian Brückner spricht die Rolle des Erzählers. | © WDR/Anneck
Werner Wölbern als Georges Duroy und Anna Thalbach in der Rolle der Suzanne Walter | © WDR/Anneck
Im Vordergrund: Werner Wölbern als Georges Duroy, hinten: Anna Thalbach als Suzanne Walter, Kornelia Boje spricht Madame Walter und Hermann Lause den Monsieur Walter (v.l.) | © WDR/Anneck
Anna Thalbach als Suzanne Walter, Werner Wölbern als Georges Duroy, Kornelia Boje als Madame Walter und Hermann Lause als Monsieur Walter | © WDR/Anneck

Anna Thalbach als Suzanne Walter, Werner Wölbern als Georges Duroy, Kornelia Boje als Madame Walter und Hermann Lause als Monsieur Walter
© WDR/AnneckAnna Thalbach als Suzanne Walter, Werner Wölbern als Georges Duroy, Kornelia Boje als Madame Walter und Hermann Lause als Monsieur Walter
© WDR/Anneck



PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk / Bayerischer Rundfunk 2000


Erstsendung: 31.07.2000 | 54'18


siehe 1. Teil der Langfassung


AUSZEICHNUNGEN

Hörbuch des Monats April 2001 (zur Kassetten-Edition)


REZENSIONEN

Frank Olbert: In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 24.07.2000. S. 53.


Darstellung: