ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel



Friedrich Christian Delius

Das Jericho-Syndrom


Regie: Klaus Mehrländer

"Nein, ich habe keine einfachen Deutungen für mein Verbrechen. Meine Gegner haben eine einzige Erklärung: Nazi. Meine Verteidiger auch nur eine: Alkohol. Alle suchen sie eine Formel, sie werden sich nie einigen." - Hans war Posaunist bei einem angesehenen Berliner Orchester, als ihm bei einem Gastspiel in Israel Ungeheuerliches passierte: Einer inneren Eingebung zufolge, gegen die er sich vergebens zur Wehr setzte, unterschrieb er seine Getränkerechnung an der Hotelbar mit Adolf Hitler. Ein Sakrileg, das ihn seine geliebte Stellung als Posaunist kostete. Weltweit sorgte dieser Skandal für Schlagzeilen. Aber wie konnte es dazu kommen? Mit Bier vor dem Aufnahmegerät probt Hans zu Hause sein Plädoyer vor dem Arbeitsgericht.

Friedrich Christian Delius wurde 1943 in Rom geboren. Er wuchs im hessischen Werdha auf und studierte in Westberlin Germanistik. Nach einigen Jahren in den Niederlanden und Bielefeld lebt er seit 1984 wieder in Berlin. Bekannt wurde er durch seine Gedichte, literarischen Dokumentationen, Kurzgeschichten und Romane, in denen er immer wieder öffentliche Ereignisse darstellt, die sich an der Subjektivität des Einzelnen brechen. Der WDR sendete u.a. seine Hörspiele "Das Ultimatum/Die Verlängerung" (1988), "So reizend wie sein Name" (1990) und "Die Hand am Kinderwagen" (1993).

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Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Gerd WamelingStimme/Posaunist


 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 1999


Erstsendung: 14.03.1999 | 42'08


REZENSIONEN

Frank Olbert: FAZ, 13.3.1999 - Norbert Schachtsiek: Funk-Korrespondenz. 47. Jahrgang. Nr. 12. 26.3.1999. S. 35f.


Darstellung: