ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel



Friederike Mayröcker

Das Couvert der Vögel


Regie: Klaus Schöning

"Flusz und Mühle, die roten und grünen Töne des Fleisches, nämlich das Hereinschneiden in die volle Farbe." (Friederike Mayröcker) Ein neues poetisches Hörstück der in Wien lebenden Dichterin, über die Werke eines der großen Maler des 20. Jahrhunderts. Nach Picasso und Max Ernst wurden hier Bilder von Henri Matisse in Friederike Mayröckers poetischen Sprachkombination zur Quelle der Inspiration. In einem Quasi-Dialog zwischen einer weiblichen "Generalstimme" und der Stimme des Malers lässt sie den Hörer am Prozess ihres Zugangs teilnehmen. Durch ein Leben und Denken in den Bildtexten des Malers gelingt allmählich eine Anverwandlung, Einverleibung und poetische Umformung in die Klangfarbenkomposition einer Dichterin. Im Zusammenfall von Reflexion und Vollzug erfolgt ein intermediales Wechselspiel zwischen gemalter und geschriebener Poesie im Medium Radio, in dem das Hören des Sehens rätselhafter Verbindungen zwischen den Dingen in neu hervorgebrachten Zeichen-Zusammenhängen möglich wird. "Sie haben mit ihren Bildern meinen Leib vom Schädel zur Fußsohle durchdrungen, ORANGE, eine orangefarbene Partitur a us meiner Person: Passion herausgeschnitten, - getrennt mit diesem Rosenskalpell, mit diesem Ihrem Rosenskalpell, in Moll im Lokal. Aber von einem solchen Blau! Es hat mir das Herz zerrissen." (Friederike Mayröcker)

Friederike Mayröcker, geboren 1924, ist eine der bedeutendsten zeitgenössischen Dichterinnen. Ihr umfangreiches Werk, das sie seit 1946 veröffentlicht, umfasst Lyrik, Prosa, Essays, Kinderbücher, Theater- und Hörstücke, Drehbücher und Zeichnungen. Geehrt wurde Friederike Mayröcker mit zahlreichen Preisen. Das Studio Akustische Kunst widmete ihr zum 70. Geburtstag ein Performance-Programm unter dem Titel "auf tönernen Füszen". Die Mehrzahl ihrer Hörstücke schrieb die Dichterin seit 1969 für das Studio Akustische Kunst (vier davon mit Ernst Jandl), u.a. "Arie auf tönernen Füszen", "Der Gigant", "Gemeinsame Kindheit", "Der Tod und das Mädchen", "Repetitorien, nach Max Ernst", "Die Umarmung, nach Picasso" und "Schubertnotizen". "Schreiben ist für mich nicht nur Analyse eines Atemzugs, eines Blicks, einer Reise an Orte der Kindheit, eines Tatbestands, sondern auch die Beziehung zur Verbalwelt von gestern und heute. Eine künstliche Welt schaffen, immer neue Modelle, Mikrogebilde, und dazwischen immer der Griff in die Weite, wie ein Regenbogen von einer Unbegrenztheit zur anderen."

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Mitwirkende

 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 2001


Erstsendung: 03.02.2001 | 35'05


AUSZEICHNUNGEN

Karl Sczuka-Preis 2001


REZENSIONEN

Matthias Schümann: In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 31.07.2001. S. 49. | Frank Olbert: In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 03.02.2001. S. 50. | N. N.: In: epd Medien. Nr. 23. 04.08.2001. S. 22. | N. N.: In: Funk-Korrespondenz. 49. Jahrgang. Nr. 32. 10.08.2001. S. 37. | Wolfgang Sandner: In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 23.10.2001. S. 56. | Eva-Maria Lenz: In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 25.10.2001. S. 51.


Darstellung: