ARD-Hörspieldatenbank


Hörspiel



Karl Günther Hufnagel

Boulevardtragödie


Regie: Hans Gerd Krogmann

Ein grelles Licht läßt Karl Günther Hufnagel auf die Figuren fallen, die er zu einer ebenso grotesken wie abgründigen "Boulevardtragödie" arrangiert: Wohlstandsbürger mittleren Alters, die mit Gefühlen aus zweiter Hand ihren längst abgestandenen Wünschen und Sehnsüchten nachjagen; Menschen, deren Lebensrealität so sehr vom Charakter der Uneigentlichkeit geprägt ist, daß Liebe zur bloßen Behauptung und Tod zum zufälligen Versatzstück verkommen. "Mir ist wichtig geworden", schreibt der Autor, "wie Menschen mit ihrer Situation, mit ihrer Bedrohung, ihren Bedürfnissen und Enttäuschungen zurande zu kommen versuchen ... Liebe und Tod müssen nicht mehr benannt werden, sie sind immer vorhanden, wirken in jedem Satz, mit dessen Hilfe Menschen sich dagegen wehren ... Wir umstellen uns mit erfundenen Wirklichkeiten, haben die Utopien in den Alltag hineinbanalisiert. Dieses Stück ist ein mit Reden zugeschüttetes Schweigen.

Karl Günther Hufnagel, 1928 in München geboren, schrieb Fernsehstücke, Filmtexte und zahlreiche Hörspiele. Zuletzt wurde sein Hörspiel "Königsberg 1804" und der Monolog "Ich fall dir nicht mit Klagen ins Haus" vom SDR urgesendet. 1960 veröffentlichte er den Roman "Die Parasiten-Provinz", 1961 den Erzählungsband "Worte über Straßen". 1979 folgten die Romane "Draußen im Tag" und "Die Liebe wird nicht geliebt". Karl Günther Hufnagel lebt als freier Schriftsteller in München.

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Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Peter FitzMac
Johanna LiebeneinerSibille
Susanne LotharEli
Rotraut RiegerEvelin
Dietmar MuesWalter
Helena RüeggDorothee
Otto SanderHarry


 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Süddeutscher Rundfunk 1988


Erstsendung: 23.06.1988 | 50'35


Darstellung: