ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel, Dokumentarhörspiel



Heinz G. Schmidt

Balkan Blues


Komposition: Hans Ulrich Werner

Regie: Leonhard Koppelmann

Albanien 1997: Zu Zeiten des albanischen Bürgerkrieges reist der Journalist Heinz G. Schmidt in Begleitung einer Übersetzerin durch das zerrüttete Land. Große Teile sind unter der Kontrolle von Rebellen, die Staatsgewalt ist zerschlagen, jede Nacht gibt es Schießereien. Inmitten des politischen Chaos will Schmidt in den Bergen einen Vermittler treffen, der den Showdown einer blutigen, über 100 Jahre währenden Familienfehde verhindern soll. Erbarmungslos und unausweichlich verteidigen die Familien ihre Ehre und nehmen den Tod eines weiteren Familienmitgliedes scheinbar fraglos in Kauf. Schmidt bewegt sich in einem Land, das ungeschriebenen Gesetzen und uralten Traditionen gehorcht: Hinter den Strukturen sozialistischer und stalinistischer Regime zeigen sich plötzlich archaische Systeme, die noch vor die Zeit des Sozialismus, ja vor die Zeit der türkischen Herrschaft zurückweisen und die seit vielen Jahrzehnten völlig vernachlässigt oder unterdrückt worden sind. Dazu gehören Begriffe der Ehre, des Gesichts, des Blutes, des Familienstammes, auch der Vergeltung und der Blutrache. Und sie wirken als Kräf te nicht zuletzt auch auf die Krieg führenden Parteien. Ein dokumentarisches Hörstück, das auf Originalaufnahmen aus Albanien basiert.

Heinz G. Schmidt, geboren 1945 in Husum an der Nordsee, lebt heute u.a. auf einer dänischen Insel und arbeitet als Journalist für Radio, Fernsehen und Print. Als Reporter hat er Europa, Afrika, Amerika und Japan bereist und spricht acht Sprachen. Seit einigen Jahren arbeitet Schmidt darüber hinaus als journalistischer Berater der Europäischen Kommission und der Weltbank in Mittel- und Osteuropa.

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Mitwirkende

 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 2003


Erstsendung: 09.02.2004 | 53'28


REZENSIONEN

Frank Kaspar: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 09.02.2004. S. 36.


Darstellung: