ARD-Hörspieldatenbank


Hörspiel



Julio Cortázar

Adios, Robinson


Übersetzung: Anneliese Botond


Regie: Günther Sauer

Robinson und Freitag, beide aus London kommend, sind zum erstenmal seit ihrer Rettung wieder im Anflug auf Juan Fernández. Jahrzehnte sind vergangen, und schon aus der Luft sieht Robinson, dass sich seine Insel gewaltig verändert hat: Es gibt Wolkenkratzer, Autos, Ölquellen, wimmelndes Leben. Robinson nimmt es als Bestätigung dafür, dass sich die Träume der weißen Rasse von Kultur und Zivilisation in diesem irdischen Paradies erfüllt haben. Freitag jedoch, der nach wie vor Robinsons Diener ist, warnt ihn vor verfrühter Heiterkeit angesichts des vermeintlichen Fortschritts. Und sein Herr wird ihm nach der Landung, wenn auch widerwillig, mehr und mehr Recht geben müssen. "Adios, Robinson" ist eine kritische Auseinandersetzung mit dem Defoeschen "Robinson Crusoe", dessen Inselabenteuer thematisch von den Schrecken der Isolation und der Sehnsucht nach menschlichem Kontakt bestimmt waren. In Cortázars Stück ist diese Problematik alles andere als aufgehoben; der Autor versucht so eine kritische Revision der zivilisatorischen Befreiung des Kannibalen durch den britischen Seemann. (Pressetext)

Der argentinische Autor Julio Cortázar wurde 1934 in Brüssel geboren, lehrte später französische und englische Literatur an der Universität Buenos Aires. 1946 gabe er diese Tätigkeit aus Opposition gegen Perón auf und ging 1951 als Übersetzer zur UNESCO nach Paris. In Deutschland wurde er vor allem bekannt durch seine Romane "Rayuela" (1963) und "Album für Manuel" (1973). 1974 wurde Cortázar mit dem "Prix Médicis" ausgezeichnet. "Der Verfolger", eine Sammlung von Erzählungen, erschien 1978.

A
A

Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Rüdiger BahrRobinson
Erich EbertFreitag
Franziska WalserNora
Peter EhretBanane
Sabine SauerLautsprecherstimme


 


Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 1979

Erstsendung: 04.12.1979 | 39'18


Darstellung: