ARD-Hörspieldatenbank


Feature



Henri Chopin, Nikolaus Einhorn

Akustische Poesie

Ausgewählt und kommentiert von Henri Chopin und Nickolaus Einhorn. Mit Hörstücken von Henri Chopin, François Dufrène, Brion Gysin und Bernard Heidsiek



Regie: Hein Bruehl; Klaus Schöning

Akustische Poesie hat die Tendenz, sprachliche Grenzen hinter sich zu lassen, die Formen traditioneller Kommunikation zu überschreiten und international zu werden. Unterschiedlich sind die poetischen Verfahrensweisen der Autoren. Unterschiedlich sind zum Teil auch die theoretischen Ausgangspunkte bzw. die theoretischen Ergänzungen der Autoren, die in dieser Sendung vorgestellt werden oder sich selbst vorstellen, wie etwa die Franzosen Henri Chopin, Bernard Heidsieck und der Engländer Brion Gysin, - obwohl sie auf die Entwicklung der akustischen Poesie wesentlichen Einfluss genommen haben.

Henri Chopin, "der das Wort unterdrückt, weil es uns unterdrückt", zerlegt sorgfältig artikuliertes Wortmaterial durch elektronische Behandlung bis in kleinste Vibrationen, bis in kleinste sprachliche artikulatorische Mikropartikel, so dass es seine Identität verliert. Nirgends scheint poetischer Materialismus weiter zu gehen als bei Chopin.

Bernard Heidsieck, Autor zahlreicher audio-poemes (poemes - partitions & biopsies), macht Tonbandstücke, in denen breite akustische Kontexte hergestellt werden, die sich - zumindest der Intention nach - der gesamten hörbaren Realität öffnen, um auf die gesamte hörbare Realität zu reagieren.

Brion Gysin, Erfinder der cut-up Methode, Autor von Sprechtexten, rubs out the word. Gysin's Sprechtexte sind Permutationen, in denen die formelhafte Aussage, die jeweils als Ausgangsmaterial dient, durch eine Vielzahl möglicher Einstellungen hindurch getrieben wird, bis sie sich fast auslöscht. "Löscht das Wort aus und schafft mehr Raum. - Gefangene des Worts: Steigt AUS!"

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Mitwirkende

Sprecher
Henri Chopin
Nikolaus Einhorn
Herbert Schuldt


 


Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 1972

Erstsendung: 12.10.1972 | 40'10


Darstellung: