ARD-Hörspieldatenbank


Originaltonhörspiel



Hans Gerd Krogmann

Bergmannshörspiel

Hörspiel aus Originalaufnahmen


Regie: Hans Gerd Krogmann

Um 1968 erlebte das Originalton-Hörspiel eine neue Blüte. Wie es schon Bertolt Brecht 1932 in seiner utopischen Rede über den "Rundfunk als Kommunikationsapparat" gefordert hatte, wollte man das Radiopublikum nicht nur hören, sondern reden machen, das Sender-Hörer-Schema umkehren. So sprechen in Hans Gerd Krogmanns "Bergmannshörspiel" sechs Bergleute aus dem Ruhrgebiet über sich. Über ihre Probleme und Schwierigkeiten, ihre Hoffnungen und Träume, über Politik und Privates, ihren Beruf und die Chancen des Arbeiters in dieser Gesellschaft - und über ihre Solidarität mit den protestierenden Studenten. Aus etwa 20 Stunden Aufnahmen hat Krogmann eine Sendung von rund 75 Minuten zusammengestellt, die unter die Haut geht: "Es wird versucht, ein Bild der Menschen zu zeichnen, die am meisten unter den Schwierigkeiten eines schrumpfenden Industriezweigs und den Widersprüchen einer kapitalorientierten Gesellschaft zu leiden haben. Ich nenne meine Arbeit trotz ihres dokumentarischen Charakters ein 'Hörspiel', weil sie subjektiv ist. An die Stelle von Schreibtisch und Schreibmaschine traten hier Bergmannswohnungen, Zechen und Kneipen sowie Aufnahmegerät und Schneidetisch. Das Hörspiel will keine repräsentative Darstellung des Bergbaus sein. Vielmehr ist es ein Versuch, Vertretern der Arbeiterklasse die Möglichkeit zu geben, sich zu artikulieren."

Hans Gerd Krogmann, geboren 1935, ist Hörspieldramaturg, freier Regisseur und Autor. Viele seiner Inszenierungen wurden ausgezeichnet, so u.a. diejenige des Hörspiels "Drei Männer im Feld" von Ludwig Harig (1986) mit dem renommierten Hörspielpreis der Kriegsblinden.

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Mitwirkende

 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 1972


Erstsendung: 19.09.1972 | 75'40


Darstellung: