ARD-Hörspieldatenbank


Ars acustica



Pauline Oliveros

Beethoven's Ear


Realisation: Pauline Oliveros

Zu viel Lärm macht taub. Was aber, wenn das Gehör so hyperakustisch funktioniert, dass Stille gleich Lärm ist? Fast schon beängstigend wirkten die riesigen Hörorgane, die John Baldessari in seiner üppigen RaumKlangInstallation "music" während des Beethovenfestes 2007 aufgebaut hat und damit auf die Alterstaubheit des 1827 verstorbenen Großmeisters anspielt. Auf die Spur von Beethovens Leiden machte sich die amerikanische Performerin und Komponistin Pauline Oliveros in der halligen Akustik des Bonner Kunstvereins, wo Baldessaris Arbeit installiert war. Ausgestattet mit einem getunten und elektronisch präparierten Akkordeon sowie in Begleitung der "deep listening"-Sprachakrobatin IONE, bewegte sich Oliveros zwischen Urschrei und Stille in diesem assoziationsreichen Hör-Raum.

Pauline Oliveros, geboren 1932 in Houston, Texas, ist eine der einflussreichsten Komponistinnen unserer Zeit. Ihre Performances und Stücke basieren häufig auf meditativen Übungen. 1961 gründete sie das "San Francisco Tape Music Center", von 1967 bis 1981 war sie Direktorin des "Center for Music Experiment" an der University of California, San Diego. 1970 gründete sie eine Frauengruppe, die sich mit meditativen Bewusstseinsstadien und der Beziehung zu musikalischen und theatralischen Aufführungen befasste. Sie ist künstlerische Leiterin des "Deep Listening"-Programms der Pauline-Oliveros-Foundation in Kingston, New York. 1977 erhielt sie den Beethovenpreis der Stadt Bonn. Gegenwärtig lehrt Oliveros am Rensselaer Polytechnic Institute und am Mills College. Für das Studio Akustische Kunst realisierte Pauline Oliveros die Klangkompositionen "Humayun's Tomb", "Pauline Oliveros. TraumMandala", "DreamHorseSpiel", "Dear John (Cage)", "Poem of Change" und "Ear Piece".

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Mitwirkende

 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 2008


Erstsendung: 16.02.2008 | 46'29


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