ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel



Günter Kunert

Das Ei


Regie: Christoph Dietrich

Die Geschichte klingt einfach unglaublich: Ein Mann sucht Hilfe bei einem Rechtsanwalt, nachdem er von seiner Geliebten erpresst wird. Alles begann mit einem Ei, das seine Ehefrau gelegt hat. Gutachter und Gegengutachter lieferten Expertisen. Die Presse kam ins Spiel und auch der Bundestag musste sich bereits mit dem Thema befassen. Nun behauptet die Geliebte des Klienten, der von den Pressetantiemen profitiert hat, auch sie habe ein Ei hervorgebracht und verlangt Entschädigung aufgrund der Verletzung ihrer körperlichen Unversehrtheit. Kein Wunder, dass unser Klient eine "Ei-Phobie" entwickelt und sich zu unüberlegten Handlungen hinreißen lässt. Günter Kunert hat sich in der Vergangenheit immer wieder als hintersinniger und unterhaltsamer Humorist gezeigt. In seiner überdrehten Groteske und Gesellschaftssatire demonstriert er, dass die erfundene und die tatsächliche Realität längst und beinah ununterscheidbar miteinander verschmolzen sind.

Günter Kunert, am 6.3.1929 in Berlin geboren, zählt zu den vielseitigsten und bedeutendsten Schriftstellern der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Neben Lyrik, Kurzprosa, Essays, Märchen, Reiseskizzen, Kinderbüchern und Drehbüchern hat der bis 1979 in der DDR lebende Autor über 50 Hörspiele verfasst, darunter über ein Dutzend für den NDR. 1976 schloss er sich dem Protest gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns an. Kunert erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, u.a. den Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf (1985) und den Hölderlin-Preis (1991). Er lebt bei Itzehoe in Schleswig-Holstein.

A
A

Mitwirkende

 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Norddeutscher Rundfunk 2009


Erstsendung: 04.03.2009 | 35'54


REZENSIONEN

Christian Deutschmann: deu Kultur: Günter Kunert soll man hören. Radiostücke des Dichters zum achtzigsten Geburtstag. In: Frankfurter Allgemeine, 03.03.3009 | Angela di Ciriaco-Sussdorff: Dramatischer Mini-Nukleus. In: Funk-Korrespondenz, 13.03.2009, S.24


Darstellung: