ARD-Hörspieldatenbank


Hörspielbearbeitung



Elfriede Jelinek

Bukolit


Vorlage: Bukolit (Hörroman)

Komposition: Leonhard Koppelmann

Regie: Leonhard Koppelmann

Elfriede Jelinek erzählt - noch in der Tradition der Wiener Gruppe - die erotische Geschichte von bukolit und bukolita. "Bukolit" ist Jelineks erster Roman, der, obwohl bereits 1968 geschrieben, erst 1979 veröffentlicht wird, nachdem "wir sind lockvögel baby!" (1970), "Michael. Ein Jugendbuch für die Infantilgesellschaft" (1972) und "Die Liebhaberinnen" (1975) bereits beim Rowohlt-Verlag erschienen sind. Überwiegend in Kleinschreibung verfasst, das Schriftbild und die Zeichensetzung spielerisch in den Fokus rückend, hat ihr erster großer Text auch inhaltlich einiges vor: Die Oberfläche zum Ort und Ziel ihrer Auseinandersetzung zu machen. Dafür setzt sie die Sprache der Pop-Art, der Kulturindustrie und der Medien ihrer Zeit ein, des Fernsehens, der Zeitungen, Heftromane, Werbung und Comics, aber auch der Sagenwelt, um deren Obszönität offenzulegen und sexuelle Ambivalenz freizusetzen. Hansjörg Graf konstatiert am 9. Oktober 1979 in der Frankfurter Allgemeine Zeitung: "Was in Elfriede Jelineks Hörroman bukolit, diesem Verwirrspiel eines Romans, passiert, ereignet sich fast ausschließlich unter der Gürtellinie." Dabei changiert der Romanheld bukolit zwischen den Erscheinungsformen einer Monster-Sexmaschine, Tristans oder seines Thriller-Kollegen Tom Cilmore und ist dabei immer eine literarische Multi-Media Show zwischen Roy Black, Patrice Lumumba und den Beatles. "vierzig jahre nach der entstehung des hörromans haben wir den text auf seine akustische realität überprüft und sind überreich fündig geworden. ein wildes spiel um sexualität und gewalt, liebe und zärtlichkeit hat da die autorin angezettelt, ein pandämonium der körperbegehrlichen monstrositäten entfesselt. bukolit und bukolita reiben knisternd ihre häute aneinander und ein feuerwerk von momentbeschreibungen und bildeindrücken prasselt auf uns ein. pubertär? unbedingt! dabei aber leicht, komisch, frei, obszön, naiv, hässlich, gewaltig." (Leonhard Koppelmann)

Elfriede Jelinek wurde 1946 in Mürzzuschlag in der Steiermark geboren. Sie verfasste Romane, Theaterstücke, Libretti, Drehbücher und Hörspiele. Auszeichnungen u.a. Georg-BÜchner-Preis (1998), Hörspielpreis der Kriegsblinden (2004, für "Jackie" (BR 2003)), Nobelpreis für Literatur (2004). BR-Hörspiele u.a. "Die Jubilarin" (1978); "Präsident Abendwind" (1992), "Todesraten" (gemeinsam mit Olga Neuwirth, 1997); "er nicht als er" (1998), "Moosbrugger will nichts von sich wissen" (2004), "Bambiland" (2005), "Sportchor" (2006), "Ulrike Maria Stuart (2007).

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Mitwirkende

 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Bayerischer Rundfunk 2008


Erstsendung: 20.03.2009 | 74'50


REZENSIONEN

Jochen Meißner: Funk-Korrespondenz. Nr. 13. 27.03.2009. S. 38 | N.N.: Sprachstrom der Körperflüssigkeiten. In: Frankfurter Rundschau, Deutschlandausgabe, 20.03.2009


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