ARD-Hörspieldatenbank


Sendespiel (Hörspielbearbeitung)



Johann Wolfgang von Goethe

Aus "Faust"

Die Gretchentragödie - Der Tragödie erster Teil, von Faustens Verjüngung bis zum Schluß


Vorlage: Faust I (Theaterstück)

Regie: Alfred Braun

Die Gretchentragödie zeigt den Zusammenstoß zweier Welten: die von stürmischer Unruhe erfüllte Daseinssphäre Faustens und die stille, abgeschlossene Welt Margarethens, der ohne die gefährliche Begegnung ein kleinbürgerliches, unromantisches Schicksal beschieden gewesen wäre. Erst das liebende, leidende Weib  muß in ihr geweckt werden, dann allerdings zeigt sie edle, immer wachsende Größe. [...] (In: Die Funkstunde, 2. Jahrgang, Heft 16, S.303)

Und alle Probleme des Sendespiels, des "Theaters im Rundfunk" sind sofort gelöst, wenn ein genialer Darsteller sich der Sache annimmt. Beweis: Fritz Kortners Mephisto in der "Faust"-Aufführung vom Sonnabend. Wenn der Glockenklang dieser wundervollen Stimme dröhnend oder flüsternd zu uns spricht, so vergessen wir eben unsere "Blindheit" und unsere Umgebung, und erleben ein wahrhaftes Schauspiel. Ueberhaupt stand dieser Abend unter einem günstigen Stern. Man war klug genug, auf jede Inhaltserklärung zu verzichten, und es war ein guter Einfall, die Gretchenszenen für sich zu geben, und dazwischen die stimmungsvolle Musik Lassens zu spielen. Karl Eberts ausgeglichenes Organ bildete einen wirkungsvollen Kontrast zu Kortners vollendeter Wildheit, und Gerda Müller (an Stelle von Lucie Höflich) gab dem Gretchen jene ergreifende Steigerung vom verliebten Kinde zum hassenden Weibe. Der Abend gehört zu den stärksten Erfolgen der Berliner Sendespielbühne. (In: Der Deutsche Rundfunk, 3. Jahrgang, Heft 18, S.1133)

A
A

Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Gerda MüllerGretchen
Karl EbertFaust
Fritz KortnerMephistoteles
u.a.


 


Hörspiel historisch


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Funk-Stunde AG (Berlin) 1925

Sendespielbühne - Abteilung: Schauspiel


Erstsendung: 25.04.1925


Auswahl "Sendespiel" nach Kurt Pinthus: Fünf Jahre Berliner Rundfunk.


REZENSIONEN

N. N.: Der Deutsche Rundfunk. 3. Jahrgang. Heft 18. S. 1133.


Darstellung: