ARD-Hörspieldatenbank


Ars acustica



Dietmar Dath

Nie mehr warten

Ein Sprech-, Sing- und Musikdrama

Zur Russischen Revolution 1917


Komposition: Thomas Weber

Regie: Iris Drögekamp; Thomas Weber

A, B und C – eine Stimme für den Umsturz, eine dagegen und eine, die sich nicht entscheiden will: Das Stück bildet den Moment ab, in dem Lenin aus dem Exil zurückkehrt und deutlich macht, dass die Revolution, die das Regime des Zaren gestürzt hat, ihm nicht genügt. Der Umsturz, der nach seinem alten russischen Kalenderzeitraum »Februarrevolution« heißt, war für ihn nur das Vorspiel einer Umwälzung hin zum Sozialismus. Das Szenario ist ein dreiseitiger Konflikt: Ja, nein, vielleicht. Alle drei Standpunkte, die während des Dramas in Bewegung geraten, sind in einer Krise und wissen das: Stimme A will nie mehr warten, bis die Gelegenheit zum Versuch da ist, eine völlig neue Gesellschaftsgeschichte zu beginnen, Stimme B will nie mehr warten, bis endlich das friedliche und gesetzmäßige, ruhige und freie Leben beginnt, also die Zeit von Krieg und Aufstand vorbei ist, und Stimme C will nie mehr auf den Moment warten, an dem sich zeigt, welche der beiden anderen Haltungen die unbezweifelbar richtige ist. Alle drei erleben die historische Situation »zwischen Februar und Oktober« 1917 als eine ungeheure Anstrengung, in der zwar alles auf eine Entscheidung hindrängt, die aber eben noch nicht gefallen ist. So wird die Gegenwart ständig von Rückblicken und Visionen heimgesucht. Eine besondere, geheimnisvolle Rolle spielen Briefe Lenins an seine Geliebte Inessa Armand, deren verborgener zweiter Text zwischen den Zeilen sich im Drama »Nie mehr warten« als eine Art Song herausstellt.

Dietmar Dath, geboren 1970 in Rheinfelden. Lebt als Schriftsteller, Übersetzer, Musiker und Publizist in Freiburg und Frankfurt a. M. Er war verantwortlicher Redakteur des Magazins für Popkultur »Spex« (1998– 2000) und ist Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (2001–2007 und wieder seit 2011). Dietmar Dath hat zahlreiche Romane, Theaterstücke, Sachbücher, Hörstücke und Gedichte veröffentlicht. Zuletzt entstand in Zusammenarbeit mit Thomas Weber und Iris Drögekamp »Die Magnetin – Musikbild einer gefährlichen Liebe« (SWR 2015).

Thomas Weber, geboren 1969 in Karlsruhe, gründete 1996 das Musikprojekt »Kammerflimmer Kollektief«, deren Album »Desarroi« (2015) national wie international große Beachtung fand. Hier, wie als Musiker, Produzent und Komponist, arbeitet er in akustischen und elektronischen Kontexten. Daneben realisiert er Hörspiele und Filmmusiken. Thomas Weber spielt mit Dietmar Dath, Heike Aumüller und Johannes Frisch seit 2011 auch in der Avant-Rock-Band The Schwarzenbach.

A
A

Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Effi RabsilberRevolutionärin
Susanne-Marie WrageStimme der Besorgnis
Christian RedlReaktionär
u.a.

Ensemble: Kammerflimmer Kollektief

 

Musiker: Thomas Weber (E-Gitarre), Paul Lovens (drums), Johannes Frisch (Kontrabass)

 


Das Kammerflimmer Kollektief: Johannes Frisch, Thomas Weber und als Gast: Paul Lovens (Drums) (v.l.) | © SWR/Peter A. Schmidt

Das Kammerflimmer Kollektief: Johannes Frisch, Thomas Weber und als Gast: Paul Lovens (Drums) (v.l.) | © SWR/Peter A. Schmidt

Das Kammerflimmer Kollektief: Johannes Frisch, Thomas Weber und als Gast: Paul Lovens (Drums) (v.l.) | © SWR/Peter A. Schmidt
Christian Redl spricht die Rolle des Reaktionärs | © SWR/Monika Maier
In der Rolle der Revolutionärin: Effi Rabsilber | © SWR/Monika Maier
Susanne-Marie Wrage als Stimme der Besorgnis, Christian Redl in der Rolle des Reaktionärs und Effi Rabsilber als Revolutionärin (v.l.) | © SWR/Monika Maier

Susanne-Marie Wrage als Stimme der Besorgnis, Christian Redl in der Rolle des Reaktionärs und Effi Rabsilber als Revolutionärin (v.l.)
© SWR/Monika MaierSusanne-Marie Wrage als Stimme der Besorgnis, Christian Redl in der Rolle des Reaktionärs und Effi Rabsilber als Revolutionärin (v.l.)
© SWR/Monika Maier



PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Südwestrundfunk 2017


Erstsendung: 17.10.2017 | SWR2 | ca. 55'00


Darstellung: