ARD-Hörspieldatenbank

Hörspielbearbeitung



Emmet Lavery, Gertrud Freiin von Le Fort

Gesang am Schafott


Vorlage: Die Letzte am Schafott (Novelle/Theaterstück, amerikanisch)

Übersetzung: Peter Funk

Bearbeitung (Wort): Eckart Peterich, Walter Jensen

Komposition: Johannes Weissenbach


Regie: Heinz-Günter Stamm

Blanche de La Force ist in ihrer ganzen Lebenshaltung von existentieller Angst bestimmt. Der Einblick in die "entsetzliche Zerbrechlichkeit" des Daseins läßt sie schließlich ins Kloster fliehen, in den strengen Orden des Carmel de Compiègne. Aber was vorher Weltangst war, erlebt Blanche nunmehr als Todesangst. Diese "Schwäche" der jungen Novizin, die bei der Einkleidung den symbolträchtigen Namen "de Jésus au Jardin de L'Agonie" erhält, entspricht nicht der strengen Observanz des Carmel, der äußerste Selbsthingabe fordert. Die hochadlige Novizenmeisterin Marie de L'Incarnation vertritt diese Forderung auf vorbildliche Weise. Der Tod im Martyrium gilt ihr als höchste Auszeichnung. Maries glühende Todesbereitschaft überträgt sich auf ihre Mitschwestern. Man bereitet sich "jubelnd" auf den Märtyrertod vor, der sich durch kirchenfeindliche Verfügungen des Revolutionstribunals bereits ankündigt. Blanche allein schwebt in einem beständigen Zustand des Entsetzens. Todesfurcht veranlaßt sie, zum zweitenmal zu fliehen - zurück in die Welt. Kurz darauf nehmen die Jakobiner die Karmeliterinnen in Compiègne fest; Maries heroischer Todessehnsucht bleibt das Martyrium "versagt": Sie verbirgt sich während der Hinrichtung. Blanche de la Force aber folgt dem Hinrichtungskarren ihrer Schwestern und geht freiwillig, ihre Angst überwindend, mit ihnen in den Märtyrertod. (Aus Kindlers Neuem Literaturlexikon zur Novelle)

A
A

Mitwirkende

Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
Waltraud SchmahlBlanche
Mila KoppDie Oberin
Maria BeckerSchwester
Claudia BethgeMarktweib
Ellen SchwiersTänzerin
Gertrud SpalkeSchwester Johanna
Eva SchmidtConstanze
Gert WestphalSprecher


 

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Bayerischer Rundfunk

Erstsendung: 29.11.1955 | 90'00


In keiner ARD-Rundfunkanstalt verfügbar


Darstellung: