ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel



Horst Mönnich

Quarantäne


Komposition: Enno Dugend


Regie: Friedhelm Ortmann

"Ein junger Bauer in der DDR glaubt an das im Gesetz verbriefte Recht, sich bei der Kollektivierung frei entscheiden zu können. Als letzter "freier Bauer auf freier Scholle" wird er zum Kohlhaas, der die Instanzen sozialistischer Ideologie unterläuft, bis er fliehen muß und nun sein Glück als Bauer im Westen versucht. Hier scheitert er genauso. Denn vor der Notwendigkeit einer Angleichung an industrielle Abläufe (-wenn nicht der Bauer der letzte Sklave dieses Jahrhunderts bleiben soll-) sieht er sich dem überkommenen, längst zum Trugbild gewordenen Begriff vom "Freien Bauern auf freier Scholle" gegenüber, dessen erstarrte Mechanik das Einzelschicksal genau so vernichtet, wie drüben die Zwangskollektivierung, der er entfloh. Ein "Hans im Glück" wird er von neuem zum Kohlhaas, und geht zurück. In der Quarantäne hinter der Grenze enthüllen sich ihm in Verhören, Gesprächen, Monologen die Denkstrukturen sowohl der einen wie der anderen Seite als gleich hinfällig." (Horst Mönnich)

Horst Mönnich, 1918 in Senftenberg (Lausitz) geboren, lebt als freier Schriftsteller in Breitbrunn am Chiemsee. Er schrieb Hörspiele und publizierte mehrere Bücher. Der vierteilige Hörspielzyklus "Einreisegenehmigung", vom WDR im Jahre 1967 gesendet, wurde mit dem Ernst-Reuter-Preis 1967 ausgezeichnet.

A
A

Mitwirkende

Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
Hans Dieter ZeidlerPakusa
Helmut WildtMajor
Friedrich W. BauschulteMinister
Eduard WandreyVater
Charlotte JoeresKlara
Helmut AhnerPosten
Arthur Binder
Max Grothusen
Helmut Grube
Herbert A. Knippenberg
Kurd Pieritz
Otto Rombach
Raoul Wolfgang Schnell


 


Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk / Bayerischer Rundfunk / Sender Freies Berlin 1969

Erstsendung: 17.06.1969 | 68'32


AUSZEICHNUNGEN

  • Ernst-Reuter-Preis 1970

Darstellung: