ARD-Hörspieldatenbank

Originalhörspiel



Ingeborg Bachmann

Zikaden


Komposition: Hans Werner Henze

Technische Realisierung: Rudolf Meister; Edda Blosze

Regieassistenz: Willy Lamster


Regie: Gert Westphal

Mit der Publikation des Gedichtbandes "Die gestundete Zeit" setzte 1953 der frühe Ruhm der Lyrikerin Ingeborg Bachmann ein, mit der Ursendung von "Die Zikaden" 1955 ihr internationaler Ruhm als Hörspielautorin. Der Text entstand in der ersten Zeit ihres Zusammenlebens mit Hans Werner Henze auf der Insel Ischia. Ein Erzählhörspiel mit wechselnden Erzählern, eingeblendeten Briefen, Szenen, Stimmen. Doch die epische Gelassenheit, das genießerische Verweilen in Sprache, Bild und Reflexion, sind nicht zufällige Form, sondern poetischer Ausdruck für die Einsamkeit einer Inselsituation. Auf einer italienischen Insel suchen Menschen verschiedener Art und Herkunft ihr Asyl. Sie formen dort in pausenloser Siesta mißglückte Vergangenheit zu neuen Lebenslügen um. Eine gefährlich schöne Kulisse, in der nur der immer wieder unvermittelt einsetzende Gesang der Zikaden irritiert: "Die Zikaden waren einmal Menschen. Sie hörten auf zu essen, zu trinken und zu lieben, um immerfort singen zu können. Auf der Flucht in den Gesang wurden sie dürrer und kleiner, und nun singen sie, an ihre Sehnsucht verloren - verzaubert, aber auch verdammt, weil ihre Stimmen unmenschlich geworden sind." (Ingeborg Bachmann)

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Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Will QuadfliegRobinson
Paul HoffmannDer Gefangene
Charles BrauerAntonio
Gert NiemitzBenedikt
Irmgard FörstMrs. Helen Brown
Hans PaetschMr. Charles Brown
Heinz KlevenowSalvatore
Victor Stefan GoertzPrinz Ali
Tonio von der MedenStefano
Ludwig CremerErzähler
Gisela Zoch
Inge Schmidt
Hans Kirchner
Heinrich Ockel

Dirigent: Hermann Spitz

 


 

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Nordwestdeutscher Rundfunk 1955

Erstsendung: 25.03.1955 | 92'00


VERÖFFENTLICHUNGEN

  • Kassetten-Edition: Ernst-Klett-Verlag 1987


REZENSIONEN

  • N. N.: epd / Kirche und Rundfunk. Nr. 7. 04.04.1955. S.12f.

Darstellung: