ARD-Hörspieldatenbank

Hörspielbearbeitung



George Tabori

Requiem für einen Spion


Vorlage: Requiem for a Spy (Requiem für einen Spion) (Theaterstück)

Sprache der Vorlage: englisch

Übersetzung: Ursula Grützmacher-Tabori

Komposition: Klaus Buhlert

Technische Realisierung: Bernd Friebel; Tina Emmerling

Regieassistenz: Andreas Meinetsberger


Regie: Jörg Jannings

"Es war so einfach damals, so schön schwarz und weiß." Der Gute Krieg gegen die bösen Mächte ist eine Ewigkeit her. Hat Heinrich Zucker alias Henry Sweet, der ungarische Jude, seinen Ex-Chef in der britischen Abwehr also wirklich bloß deshalb in die Tiefgarage bestellt, weil er für seine Memoiren ein paar Erinnerungslücken aufgefüllt haben möchte? Vielleicht will er in Wahrheit Herrn Murdoch höchst dringlich befragen, wer ihm damals in der Türkei die Deutschen auf den Hals gehetzt und Maggie (Sahnebaisers, von Himbeeren umzingelt) ausgespannt hatte? So wie der nachmalige Psychiater an der Landesanstalt für senile Sextäter in Cockfield, Sussex, zu gern in Erfahrung bringen würde, wer die Gruppe in Györ damals verpfiffen hat, was Zucker sen. das Leben und die beidseits geliebte Maggie ihre Zunge gekostet hat. "Die Welt wimmelt von Doppelagenten." Doch auch wenn der dauerdepressive Zucker nur sein ewig schlechtes Gewissen erleichtern und dank Bibermanns Lachtherapie vom Leiden an den Weltläufen geheilt werden möchte - das schöngeistige Veteranentreffen am Ende des Jahrhunderts kann weder dem hartgesottenen Realisten noch dem sanftmütigen Melancholiker die Frage nach den verratenen Idealen ersparen. Früher einmal hat der bucklige Havas auf dem Schulklo "Staat und Revolution" gelesen und Parolen an die Mauern der Hölle geschmiert. Auch das ist eine Ewigkeit her, macht aber Zuckers langsames Sterben ein Requiem wert.

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Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Ulrich WildgruberMurdoch
David HirschZucker
Leslie MaltonMaggie
Jörg JanningsSprecher

Sonstige MitwirkendeFunktion
Claudio de FouzaStepptanz

Musiker: Ilena Winkler (Singstimme)

 


 

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Mitteldeutscher Rundfunk / DS Kultur / Südwestfunk 1993

Erstsendung: 29.11.1993 | 69'40


VERÖFFENTLICHUNGEN

  • CD-Edition: MDR 1993

Darstellung: