ARD-Hörspieldatenbank

Originalhörspiel



Heinz Risse

Wuchernde Lianen



Regie: Karl Nagel

"In den Tropen gibt es Fälle, in denen Lianen einen Baum erdrücken, um den sie sich schlingen. Er vermodert, sie aber bleiben als Hülle eines Stammes, den es nicht mehr gibt. "Dies ist das Gleichnis, das die Besitzerin eines verfallenen Schlosses in Frankreich für ihr Leben findet. Von der Geschichte dieses Lebens handelt das Hörspiel, einer Fabel um Untergang und Ausweg, menschliche Schuld und Verantwortung. Suzanne de Beaulieu-Persac, die Letzte aus einer alten aristokratischen Familie, hat den bürgerlichen Maurice Gouzon geheiratet, einen Mann der Wissenschaft. Seit der Hochzeit nisten im Schloßpark Scharen von Elstern, die alle Singvögel vertreiben. Jeder Versuch des geschichtslosen Rationalisten Gouzon, die Tiere zu vernichten, scheitert. In diese Welt des unaufhaltsamen Verfalls stößt Pierre Armeau, ein Vetter Suzannes, naturverbunden und von der Selbstsicherheit eines Raubtiers. Er scheint der Elsternplage Herr zu werden. Suzanne versucht, sich in seine Welt, eine Welt der Tradition und gewachsenen Ordnung, zu retten und gibt sich Armeau hin. Sie glaubt, den daraus entstehenden Konflikt unter de n Männern nicht allein lösen zu können und macht die Entscheidung von einem Gottesurteil abhängig. Doch Gott läßt sich die Entscheidung nicht aufzwingen: Sie bleibt den Handelnden überlassen. Die Rivalen haben um ihr Leben gewürfelt. Armeau hat verloren und sich getötet. Er wußte nicht, daß Gouzon falsche Würfel besaß. Suzanne trennt sich für immer von ihrem Gatten. Ihr einziger Sohn stirbt im Krieg: "Die Lianen haben gesiegt."

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Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Gisela von CollandeSuzanne Gouzon
Hans PaetschMaurice Gouzon
Wolfgang LukschyPierre Armeau
Hans Joachim RathmannOffizier
Reinhold LütjohannFernand


 

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Radio Bremen 1954

Erstsendung: 29.09.1954 | 51'55


Darstellung: